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Kaltenbrunner.
Nach siebenjährigem Aufenthalte in Italien kehrte Regiomontan
mit reichen gesammelten literarischen Schätzen nach
Deutschland zurück und nahm, nachdem er zwei Jahre im
Dienste des Martinus Corvinus auf dessen Bibliothek gearbeitet
hatte, seinen bleibenden Aufenthalt in Nürnberg. Hier ging er
nun an die Herausgabe seiner Werke, vor Allem der von ihm
vollendeten Theoriae planetarum novae des Georg Purbach.
Dann folgten: ein Kalender, die Astronomia Marci Manlii und
die Ephemeriden 1 von denen das erste — der Kalender —
näher betrachtet werden muss.
Regiomontan’s Kalender, von dessen zahlreichen Ausgaben
ich später eine Uebersicht gebe, besteht aus dem eigentlichen
Kalender und einem demselben erläuternden und erweiternden
Computus. Jeder Monat nimmt — sowie im Kalender
des Johannes de Gamundia — zwei Seiten ein von denen
die rechtsliegende Datum, Feste, Ferialbuchstaben, Stellung
von Sonne und Mond im Thierkreis, Länge von Tag und Nacht
enthält. Links ist der Mondkalender. Derselbe unterscheidet
sich wesentlich dadurch von seinen Vorgängern, dass er nicht
nach mittleren Mondumläufen vorgeht, sondern astronomisch
bestimmte Neu- und Vollmonde enthält. Er beseitigt somit
auch den letzten Rest des cyclischen Wesens und lehnt sich
nur mehr in so fern an die alte Form an, dass er zur grösseren
Bequemlichkeit und wegen Raumersparniss die numeri aurei
zur Bezeichnung der Neu- und Vollmondstage heibehält. Auch
äusserlich zeigt sich dies, indem Regiomontan nicht mehr für
76 Jahre den Mondkalender aufstellt, sondern für 57 Jahre,
nach deren Ablauf die Gültigkeit desselben ganz und gar aufhört.
So ist denn für die Mondrechnung auf 57 Jahre gesorgt;
er will aber auch seinen Angaben über die Stellung der Sonne
längere und allgemeine Gültigkeit verschaffen. Regiomontan
hatte die Stellung der Sonne im Thierkreise, sowie den Eintritt
der Jahrpunkte für den Meridian von Nürnberg — seinen
damaligen Wohnsitz — berechnet. Dies bedurfte nun einer
doppelten Correctur; einmal in Bezug auf die verschiedene
Lage der Orte. Regiomontan gibt daher eine Tabula Regionuni,
1 Joanuis de monte regio Kphemerides astronomicae quae vulgo vocant
Almanach etc. Nürnberg 1473 oder 1475. Für die Jahre 1475— 1506’