Die Vorgeschichte der Gregorianischen Kalenderreform.
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lichkeit dafür, dass dies zu Anfang' dieser Jahresreihe
geschehen ist.
3. Johannes Regiomontanus. Johannes de Gamundia
hatte das Glück in Georg von Peuerbach 1 einen Schüler zu
besitzen, der in seiner nur achtunddreissig-jährigen Lebenszeit
Grossartiges geleistet hat und der Vater der neueren Astronomie
geworden ist. Seine geistige Erbschaft trat dann der ihm durch
Freundschaft innig verbundene Johannes Müller (Regiomontanus)
an, mit dem wir uns eingehender beschäftigen müssen. 2
Johannes Müller zu Königsberg in Franken im Juni 1436
geboren, kam, nachdem er als fünfzehnjähriger Jüngling sich zu
Leipzig die nöthigen Kenntnisse in der Sphärik erworben
hatte, nach Wien und wurde Purbach’s eifriger Schüler. Fortan
bildeten beide Männer ein Ganzes und so sollte Regiomontanus
mit seinem Lehrer nach Italien gehen, wohin dieser durch den
Cardinal Bessarion eingeladen worden war. Als 1461 der frühe
Tod des Lehrers dies verhinderte, unternahm Regiomontanus
mit Bessarion allein die Reise und benützte die Anwesenheit
mehrerer Griechen im Gefolge des Cardinais, um Griechisch zu
lernen. Schon Purbach hatte erkannt, dass die dem Arabischen
entnommenen Uebersetzungen des Almagest sehr fehlerhaft seien;
da er aber des Griechischen nicht mächtig war, musste er das
System des Ptolomäus nach allen Seiten durcharbeiten, um die
Fehler des vorliegenden Textes erkennen zu können.
Als nun Regiomontan sich die nöthige Kenntniss im Griechischen
erworben hatte, ging er zu Rom daran, auf Grund
der griechischen Handschriften und mit Herbeiziehung des
Commentars von Theon eine taugliche Uebersetzung des Ptolomäischen
Werkes vorzubereiten. Vorerst aber vollendete er
den schon von Pürbach begonnenen Auszug aus demselben,
die Epitome in Almagestum Ptolomaei. 3
1 Vergl. Aschbach. 479 u. fi'. Mädler IX. 120.
2 Gassendi Vita Georgii Peuerbachii et Joannis Mülleri Regiomontanis,
Opera V. 459 u. ff. — Doppelmaier, Historische Nachrichten über die
Nürnberger Mathematiker. Nürnberg 1750. pag. 1—23. Erhard, Geschichte
des Wiederauflebens der Wissenschaften in Deutschland III. 497 Aschbach
537. Mädler II. 124. — Gregorovius, Geschichte der Stadt Rom.
VII. 587.
3 Von der Epitome in Almagestum Ptolomaei erschien die erste Ausgabe
1496 zu Venedig. Die zweite in Cassel 1543.