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Kaltenbrunher.
gemeine Uebersclnift fehlt, dagegen ist jeder Monat durch eine
für ihn charakteristische Vignette bezeichnet. Am Kopfe jedes
Monats findet sicli dann Sonne und Mond und unter ihnen Länge
von Tag und Nacht in vollen Stunden ausgedr.ückt, je um eins
fallend und steigend. Dabei sind im April die Stundenzahl
des Tages und die der Nacht miteinander verwechselt. Der
Eintritt der Sonne in ein neues Zeichen wird durch eine entsprechende
Vignette angezeigt. Jedem Monat sind nun 4 Columnengewidmet:
1. numerusaureus; 2. litterae feriales; 3. Feste,
welche im Gegensatz zum handschriftlichen Kalender sehr reichlich
sind; 4. die periodischen Lunarbuchstaben. Die Autorschaft
des Johannes de Gamundia erweist sich aus folgenden
Worten, die am unteren Ende der Februar-Columne stehen:
,hoc Magister Johannes de Gamundia'.
Es lag nahe, die Stellung der numeri aurei mit denen
des handschriftlichen Kalenders zu vergleichen. Da stellte
sich nun heraus, dass dieselbe .— mit vier gleich zu besprechenden
Ausnahmen — genau mit der Stellung der numeri
aurei im zweiten die Jahre 1458—1477 umfassenden Cyclus
übereinstimmt. Doch auch diese vier Ausnahmen sind nur
scheinbar. In dem zweiten Cyclus des handschriftlichen Kalenders
finden sich nämlich die numeri aurei XIII und II
einerseits, IX und XVII andererseits im März und Mai zwischen
die Linien gestellt; d. h. es soll angedeutet werden, dass sie
auf den zwischen ihnen liegenden Tag fallen; nur im ersten
Falle, also dem Märznovilunium der numeri aurei XIII und
II ist dies wirklich der Fall, die drei anderen Male ist
es fehlerhaft. Der gedruckte Kalender dagegen setzt diese
numeri aurei zu zwei aufeinanderfolgenden Tagen, offenbar aus
typographischen Rücksichten, denen doch auch noch Grotefend
bei der Decemberlunation des num. aur. XIII Rechnung trägt.'
So ist wohl der Schluss erlaubt, dass der Holzstock auf Grund
des handschriftlichen Kalenders zwischen 1458 und 1477 geschnitten
wurde, und zwar spricht die grössere Wahrschem-1
Grotefend. Tafel V. — Auch im Kalender des Regiomontanus ist diesen
typographischen Rücksichten Rechnung getragen; aber-dieser zeigt das
jedesmal durch einen nach aufwärts oder nach abwärts gerichteten
Haken an, je nachdem zu dem oberen oder unteren Tage die beiden
numeri gehören.