Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

366

Kaltenbrunher.
gemeine  Uebersclnift  fehlt,  dagegen  ist  jeder  Monat  durch  eine
für  ihn  charakteristische  Vignette  bezeichnet.  Am  Kopfe  jedes
Monats  findet  sicli  dann  Sonne  und  Mond  und  unter  ihnen  Länge
von  Tag  und  Nacht  in  vollen  Stunden  ausgedr.ückt,  je  um  eins
fallend  und  steigend.  Dabei  sind  im  April  die  Stundenzahl
des  Tages  und  die  der  Nacht  miteinander  verwechselt.  Der
Eintritt  der  Sonne  in  ein  neues  Zeichen  wird  durch  eine  entsprechende ­
  Vignette  angezeigt.  Jedem  Monat  sind  nun  4  Columnengewidmet:
  1.  numerusaureus;  2.  litterae  feriales;  3.  Feste,
welche  im  Gegensatz  zum  handschriftlichen  Kalender  sehr  reichlich ­
  sind;  4.  die  periodischen  Lunarbuchstaben.  Die  Autorschaft ­
  des  Johannes  de  Gamundia  erweist  sich  aus  folgenden
Worten,  die  am  unteren  Ende  der  Februar-Columne  stehen:
,hoc  Magister  Johannes  de  Gamundia'.
Es  lag  nahe,  die  Stellung  der  numeri  aurei  mit  denen
des  handschriftlichen  Kalenders  zu  vergleichen.  Da  stellte
sich  nun  heraus,  dass  dieselbe  .—  mit  vier  gleich  zu  besprechenden ­
  Ausnahmen  —  genau  mit  der  Stellung  der  numeri
aurei  im  zweiten  die  Jahre  1458—1477  umfassenden  Cyclus
übereinstimmt.  Doch  auch  diese  vier  Ausnahmen  sind  nur
scheinbar.  In  dem  zweiten  Cyclus  des  handschriftlichen  Kalenders ­
  finden  sich  nämlich  die  numeri  aurei  XIII  und  II
einerseits,  IX  und  XVII  andererseits  im  März  und  Mai  zwischen
die  Linien  gestellt;  d.  h.  es  soll  angedeutet  werden,  dass  sie
auf  den  zwischen  ihnen  liegenden  Tag  fallen;  nur  im  ersten
Falle,  also  dem  Märznovilunium  der  numeri  aurei  XIII  und
II  ist  dies  wirklich  der  Fall,  die  drei  anderen  Male  ist
es  fehlerhaft.  Der  gedruckte  Kalender  dagegen  setzt  diese
numeri  aurei  zu  zwei  aufeinanderfolgenden  Tagen,  offenbar  aus
typographischen  Rücksichten,  denen  doch  auch  noch  Grotefend
bei  der  Decemberlunation  des  num.  aur.  XIII  Rechnung  trägt.'
So  ist  wohl  der  Schluss  erlaubt,  dass  der  Holzstock  auf  Grund
des  handschriftlichen  Kalenders  zwischen  1458  und  1477  geschnitten ­
  wurde,  und  zwar  spricht  die  grössere  Wahrschem-1
  Grotefend.  Tafel  V.  —  Auch  im  Kalender  des  Regiomontanus  ist  diesen
typographischen  Rücksichten  Rechnung  getragen;  aber-dieser  zeigt  das
jedesmal  durch  einen  nach  aufwärts  oder  nach  abwärts  gerichteten
Haken  an,  je  nachdem  zu  dem  oberen  oder  unteren  Tage  die  beiden
numeri  gehören.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.