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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Die  Vorgeschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreform.

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geschlichen  haben,  die  sich  aber  dann  von  selber  wieder  corrigiren.
  Dies  setzt  eine  Vorlage  voraus;  ebenso  werden  manchmal ­
  die  numeri  aurei  ohne  Grund  zwischen  die  Linien  gestellt,
als  ob  sie  zu  1  Tag  gehörten,  und  dies  tritt  in  jedem  Cyclus
nur  bei  den  numeri  aurei  ein,  welche  manchmal  mit  Recht
—  als  zu  einen  Tag  gehörig  —  durch  die  Linien  gestellt  sind.
Diese  unmotivirten  Fälle  finden  sich  aber  auch  vor  den  motivirten;
  es  musste  also  das  Auge  gewöhnt  sein,  hie  und  da  in
gewissen  Rubriken  gewisse  numeri  aurei  durch  die  Linien  geschrieben ­
  zu  sehen,  um  dies  auch  anticipirend  eintreten  lassen
zu  können.  Der  Codex  kann  also  nicht  der  Entwurf  des  Kalenders ­
  sein;  jedoch  vermuthe  ich  aus  den  früher  angegebenen
Gründen,  dass  er  das  nach  dem  Entwürfe  in’s  Reine  geschriebene ­
  Exemplar  des  Johannes  sei,  ivelches  nach  dessen  Tode
in  die  Bibliothek  -der  artistischen  Facultät  und  in  die  spätere
Universitätsbibliothek  übergegangen  ist.
Die  dem  Kalender  folgenden  11  Canones,  jeder  mit  ,si  vis
scire'  beginnend,  verbreiten  sich  über  den  Gebrauch  des  Kalenders,
erwähnen  aber  mit  keinem  Worte  der  Fehler  der  Osterfeier.
Auch  die  Tabulae  sind  —  mit  Ausnahme  der  besprochenen
tabula  eontinuationis  —  von  keiner  Bedeutung. 1
b.  Der  gedruckte  Kalender:  In  der  vom  Hauptmann
Derschau  zu  Nürnberg  aufgefundenen  Sammlung  deutscher  Originalholzplatten, ­
  2  findet  sich  auch  der  Holzstock  des  Kalenders
des  Johannes  de  Gamundia.  Er  wurde  nach  demselben  von
R.  Z.  Becker, 3  von  Falkenstein 4  und  in  der  Zach’schen  monatlichen ­
  Correspondenz  5  wieder  abgedruckt.
Der  Kalender  besteht  nur  aus  einem  auf  beiden  Seiten
bedruckten  Blatte,  jede  Seite  6  Monate  enthaltend.  Eine  all-1
  Den  übrigen  Theil  des  Codex  (fol.  dl"-—89 b )  füllen  die  Tabulae.  anglieanae
  de  motibus  planetarum  ad  longitudinem  Oxoniensem  cum  canone
tabularum  anni  1348  aus.
2  Die  Sammlung  ging  in  den  Besitz  der  R.  Z.  Becker’schen  Erben  zu  Gotha
über  und  befindet  sich  jetzt  in  Berlin.
3  Sammlung  altdeutscher  Originalholzplatten.  Gotha.  1804—1816.  Lieferung
II.  A.  17.
4  Geschichte  der  Buchdruckerkunst,  pag.  53.
J  Der  Abdruck  sammt  einer  Besprechung  vom  Staatsminister  Lindenau
findet  sich  in  Band  XVIII,  pag.  583.  Hierauf  folgten  im  19.  Bande
pag.  196  und  284  Aufsätze  von  Mollweide  und  Grotefend.  .
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