Die Vorgeschichte der Gregorianischen Kalenderreform.
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geschlichen haben, die sich aber dann von selber wieder corrigiren.
Dies setzt eine Vorlage voraus; ebenso werden manchmal
die numeri aurei ohne Grund zwischen die Linien gestellt,
als ob sie zu 1 Tag gehörten, und dies tritt in jedem Cyclus
nur bei den numeri aurei ein, welche manchmal mit Recht
— als zu einen Tag gehörig — durch die Linien gestellt sind.
Diese unmotivirten Fälle finden sich aber auch vor den motivirten;
es musste also das Auge gewöhnt sein, hie und da in
gewissen Rubriken gewisse numeri aurei durch die Linien geschrieben
zu sehen, um dies auch anticipirend eintreten lassen
zu können. Der Codex kann also nicht der Entwurf des Kalenders
sein; jedoch vermuthe ich aus den früher angegebenen
Gründen, dass er das nach dem Entwürfe in’s Reine geschriebene
Exemplar des Johannes sei, ivelches nach dessen Tode
in die Bibliothek -der artistischen Facultät und in die spätere
Universitätsbibliothek übergegangen ist.
Die dem Kalender folgenden 11 Canones, jeder mit ,si vis
scire' beginnend, verbreiten sich über den Gebrauch des Kalenders,
erwähnen aber mit keinem Worte der Fehler der Osterfeier.
Auch die Tabulae sind — mit Ausnahme der besprochenen
tabula eontinuationis — von keiner Bedeutung. 1
b. Der gedruckte Kalender: In der vom Hauptmann
Derschau zu Nürnberg aufgefundenen Sammlung deutscher Originalholzplatten,
2 findet sich auch der Holzstock des Kalenders
des Johannes de Gamundia. Er wurde nach demselben von
R. Z. Becker, 3 von Falkenstein 4 und in der Zach’schen monatlichen
Correspondenz 5 wieder abgedruckt.
Der Kalender besteht nur aus einem auf beiden Seiten
bedruckten Blatte, jede Seite 6 Monate enthaltend. Eine all-1
Den übrigen Theil des Codex (fol. dl"-—89 b ) füllen die Tabulae. anglieanae
de motibus planetarum ad longitudinem Oxoniensem cum canone
tabularum anni 1348 aus.
2 Die Sammlung ging in den Besitz der R. Z. Becker’schen Erben zu Gotha
über und befindet sich jetzt in Berlin.
3 Sammlung altdeutscher Originalholzplatten. Gotha. 1804—1816. Lieferung
II. A. 17.
4 Geschichte der Buchdruckerkunst, pag. 53.
J Der Abdruck sammt einer Besprechung vom Staatsminister Lindenau
findet sich in Band XVIII, pag. 583. Hierauf folgten im 19. Bande
pag. 196 und 284 Aufsätze von Mollweide und Grotefend. .
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