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2. Bisher hatten wir nicht Gelegenheit, der in der zweiten
Hälfte des 14. Jahrhunderts gegründeten Universitäten in
Deutschland zu gedenken. Manche Männer, die in den Kreis
der Betrachtung hereingezogen wurden, hatten ihre Bildung in
Paris erlangt — wie Sacro-Bosco, Grosseteste und Piere
d’Ailly — andere hatten sich in der Klosterzelle gebildet.
Unter den deutschen Universitäten, die im ersten Jahrhundert
ihres Bestehens auch den mathematischen Wissenschaften sich
zuwandten, ist vor Allen die Hochschule zu Wien zu nennen.
Nachdem bereits Heinrich von Langenstein das Studium der
Astronomie und Mathematik hier eingeführt hatte 1 ist als Begründer
einer Wiener Schule zu nennen Johannes de Gamundia.
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Ueber seine Herkunft wurde lange gestritten; die einen
behaupteten, er sei zu Schwäbisch Gmündt, die anderen er
sei zu Gmunden am Traunsee geboren. Aschbach hat sich
gestützt auf die Facultätsacten und sein Testament für letzteres
entschieden. In den Handschriften der hiesigen Hofbibliothek
führt Johannes sehr verschiedene Namen. Meist
heisst er Joh. de Gamundia, welcher Name in gleichzeitigen
Urkunden für beide Orte vorkommt; aber auch de Gmunden
(Cod. 5412. 5303), Gmündis (Cod. 3695), Gmund (Cod. 5418),
Gmünd (Cod. 3784. 3619), Gmünd (Cod. 3909.) Seine Enkelschüler
Tannstetter 3 und Andreas Perlach 4 nennen ihn Johannes
in diese Reihe, denn er hat nur rectificirtc numeri aurei, ist aber sonst
ganz analog dem Julianischen Kalender; ausserdem ist er erst nach 1471
geschrieben, zu einer Zeit, wo man bereits weitere Fortschritte gemacht
hatte.
1 Aschbach Geschichte der Wiener Universität, pag. 366 u. ff.
2 Vergl. Aschbach. 453 u. ff. — Khautz Versuch einer Geschichte der
österreichischen Gelehrten. (Frankfurt und Leipzig 1755) pag. 30.
Mädler. II. 119 — und die später anzuführenden Notizen über seinen
Kalender.
3 Viri Matliematici, quos inelytum Vienense gymnasium ordine celebres
habuit, in der Vorrede zu den Tabulae Eclypsium Georgii Peurbachu.
Wien 1514.
4 Almanaeh novum super anno Christi salvatoris nostri 1518 ex tabulis
doctissimi viri magistri Johannis de Gmunden. Wien 1517.