Die Vorgeschichte der Gregorianischen Kalenderreform.
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geschrieben von einer Hanoi des Jahres 1467 mit folgender
Uebersclirift: ex tractatu de correctione Kalendarii cognominato
phaselexis, 1 quem composuit quidam monacbus in concilio Basiliense,
dictus frater Hermannus de Münster ordinis Cisterciensis.
2
Schon im Jahre 1432 hatte Hermann einen Tractat über
die Kalenderverbesserung geschrieben, wie er selbst meldet. 3
Der uns vorliegende dagegen ist abgefasst, nachdem das Decret
des Concils bereits ausgearbeitet war. Dies geht nicht allein
aus der schon wiedergegebenen Erzählung über die Vorgänge
in der Commission hervor, sondern auch daraus, dass Hermann
auf dieses Decret sich ausdrücklich beruft, Stellen aus demselben
wörtlich wiedergibt und die Richtigkeit der in demselben
anbefohlenen Massregeln mit allem Eifer vertheidigt. 4
Dabei begeht er freilich die kleine Unredlichkeit, das Decret
als rechtskräftig erlassen hinzustellen, während wir gesehen
haben, dass es beim Entwürfe desselben geblieben ist.
Auch Zoestius zeigt sich uns sehr belesen, nicht so sehr
in der arabischen Litteratur, als in der kirchlichen und namentlich
in Tractaten, welche die ihn beschäftigende Frage behandeln.
Er kennt Sacro Bosco, Grosseteste, Roger Bacon, die
Arbeit des Johann von Muris und des Firminus de Bellavalle
und den Piere d’Ailly. Ja, er führt noch zwei Tractate an,
von denen sonst keine Kunde auf uns gelangt ist, die des
Reinherus 5 und des Johann de Lineriis. 6 Des Nicolaus von
ordinis in dioecesi Monasteriensi natione teutonicus patria Westplialus,
der nach Trithemius (356) auf dem Concil von Basel mehrere Tractate
geschrieben hat.
1 Phaselexis steht wohl in Zusammenhang- mit pluisis = pasclia.
2 Am Ende des Tractates steht: explicit traetatus de correctione Kalendarii
per venorabilem et religiosum virum dominum Hcrmannum Zoest
de monasterio Münster ordinis Cisterciensis.
3 Verg-1. pag. 339.
1 Damit stimmt auch die Ueberschrift des Capitels VI: de causis seandali
erroris moderni nunc ablati. Wozu der Schreiber des Melker Codex die
Bemerkung hinzufügt: lioc autor, sed adliuc, non ablati anno 1467, sed
adhuc auferendi.
3 Reinherus aus Pisa um 1300. (Trithemius 303.)
ö Johann de Lineriis um die Mitte des 14. Jahrhunderts. Er schrieb: Liber
de spliaera und Canones atque tabulae primi möbilis. (Trithem. 317,
Weidler 289).