Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Die  Vorgeschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreform.

351

geschrieben  von  einer  Hanoi  des  Jahres  1467  mit  folgender
Uebersclirift:  ex  tractatu  de  correctione  Kalendarii  cognominato
phaselexis,  1  quem  composuit  quidam  monacbus  in  concilio  Basiliense,
  dictus  frater  Hermannus  de  Münster  ordinis  Cisterciensis.
 2
Schon  im  Jahre  1432  hatte  Hermann  einen  Tractat  über
die  Kalenderverbesserung  geschrieben,  wie  er  selbst  meldet. 3
Der  uns  vorliegende  dagegen  ist  abgefasst,  nachdem  das  Decret
des  Concils  bereits  ausgearbeitet  war.  Dies  geht  nicht  allein
aus  der  schon  wiedergegebenen  Erzählung  über  die  Vorgänge
in  der  Commission  hervor,  sondern  auch  daraus,  dass  Hermann
auf  dieses  Decret  sich  ausdrücklich  beruft,  Stellen  aus  demselben ­
  wörtlich  wiedergibt  und  die  Richtigkeit  der  in  demselben ­
  anbefohlenen  Massregeln  mit  allem  Eifer  vertheidigt. 4
Dabei  begeht  er  freilich  die  kleine  Unredlichkeit,  das  Decret
als  rechtskräftig  erlassen  hinzustellen,  während  wir  gesehen
haben,  dass  es  beim  Entwürfe  desselben  geblieben  ist.
Auch  Zoestius  zeigt  sich  uns  sehr  belesen,  nicht  so  sehr
in  der  arabischen  Litteratur,  als  in  der  kirchlichen  und  namentlich ­
  in  Tractaten,  welche  die  ihn  beschäftigende  Frage  behandeln. ­
  Er  kennt  Sacro  Bosco,  Grosseteste,  Roger  Bacon,  die
Arbeit  des  Johann  von  Muris  und  des  Firminus  de  Bellavalle
und  den  Piere  d’Ailly.  Ja,  er  führt  noch  zwei  Tractate  an,
von  denen  sonst  keine  Kunde  auf  uns  gelangt  ist,  die  des
Reinherus 5  und  des  Johann  de  Lineriis. 6  Des  Nicolaus  von
ordinis  in  dioecesi  Monasteriensi  natione  teutonicus  patria  Westplialus,
der  nach  Trithemius  (356)  auf  dem  Concil  von  Basel  mehrere  Tractate
geschrieben  hat.
1  Phaselexis  steht  wohl  in  Zusammenhang-  mit  pluisis  =  pasclia.
2  Am  Ende  des  Tractates  steht:  explicit  traetatus  de  correctione  Kalendarii ­
  per  venorabilem  et  religiosum  virum  dominum  Hcrmannum  Zoest
de  monasterio  Münster  ordinis  Cisterciensis.
3  Verg-1.  pag.  339.
1  Damit  stimmt  auch  die  Ueberschrift  des  Capitels  VI:  de  causis  seandali
erroris  moderni  nunc  ablati.  Wozu  der  Schreiber  des  Melker  Codex  die
Bemerkung  hinzufügt:  lioc  autor,  sed  adliuc,  non  ablati  anno  1467,  sed
adhuc  auferendi.
3  Reinherus  aus  Pisa  um  1300.  (Trithemius  303.)
ö  Johann  de  Lineriis  um  die  Mitte  des  14.  Jahrhunderts.  Er  schrieb:  Liber
de  spliaera  und  Canones  atque  tabulae  primi  möbilis.  (Trithem.  317,
Weidler  289).
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.