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Kaltenbrunner.
die Lateiner Aequinoctium schon am 18. März ansetzen, konnte
ihnen in den Jahren, welche dem numerus aureus VIII und XIX
entsprechen, und in denen luna I des 4. Mondmonats im Julianischen
Jahre auf den 6. und 5. März fiel, dieser Neumond bereits
den Frühlingsneumond abgeben, da eben Vollmond am 19. und
18. März eintrat. Für die Alexandriner dagegen war dieser
Vollmond noch nicht zur Ostergrenze geeignet; sie schalteten
daher am 6. und 5. März den embolistischen Monat ein und
gelangten so zum 5. Mondmonat des bürgerlichen Jahres und
den termini paschales am 18. und 17. April. Man sieht, die
Frage hat für die Kalenderreform selbst keine Bedeutung.
Nicht anders kann man urtheilen über den nächsten Abschnitt
des Tractates. Hier macht Cusanus der Kirche zum
Vorwurf, dass sie dem Abte Dionysius folgte, als er einen von
dem griechisch-jüdischen Ostercyclus abweichenden Kanon
aufstellte. ,Indem er nämlich die Sedes embolismorum derselben
beibehielt, andererseits aber das 17. Jahr des griechischen
Cyclus zu seinem ersten machte, weicht er in der numeri
aurei VIII und XIX von demselben ab, indem diese bei ihm
embolistisch sind, während die ihnen entsprechenden Cyclenjahre
der Griechen Gemeinjahre sind, so dass in diesen Jahren
die termini paschales der Abendländer einerseits und der Griechen
andererseits von einander abweichen'. Diese Behauptung Cusas
ist nun nicht richtig, denn eine Vergleichung der kirchlichen mit
der griechischen Ostertafel — etwa der des Johannes Damascenus
— lehrt, dass ihre termini sich vollständig gleich sind,
sobald man nur berücksichtigt, dass dem numerus aureus I das
17. Jahr des griechischen Cyclus entspricht. Cusanus folgert aus
Obigem, dass die Kirche öfter um 5 Wochen Ostern später
ansetze als die Juden. Dies konnte nun freilich eintreten,
hatte aber einen anderen Grund. Die Juden beachteten eben
das Aequinoctium besser, während die Kirche mit der Ansetzung
der termini paschales bis zum 21. März wartete. Eine
Differenz konnte sich da nun zuerst in den numeri aurei VIII
und XIX ergeben, wie schon mehrfach angeführt wurde.
Endlich kommt Cusanus auf die Correctur des Kalenders
zu sprechen, wie wir sehen werden, nicht mit vielem Glück.
Seine ganze Aufmerksamkeit ist der richtigen Bestimmung der
Neumonde zugewendet, auf das Sonnenjahr nimmt er bei seinem