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Kaltenbrunner.
von 1436 durch 304 vier volle Tage und als Rest die Anticipatio
in 220 Jahren, welche der angegebenen Stundenzahl
beiläufig entspricht.
Cusanus gibt hierauf eine historische Darlegung der Mondcyclen
von der Octaeteris an bis zum Cyclus des Eusebius und
langt endlich bei dem dreißigjährigen Cyclus der Araber an,
den auch er als den einzig richtigen anerkennt. Sowie seine
Vorgänger, folgert er daraus, dass 19 kein Theil und kein Vielfaches
von 19 ein Vielfaches von 30 ist, dass keiner der von
der Kirche aufgestellten Cyclen genau sein könne; dem neunzehnjährigen
macht er noch besonders zum Vorwurf, dass er auf
den Wechsel der bissexti innerhalb der einzelnen Cyclen keine
Rücksicht nimmt. Cusanus kommt endlich zu dem Schlüsse,
dass der numerus aureus der Kirche sehr fehlerhaft sei, und
dass derselbe schon von Julius Cäsar dem Kalender eingeschrieben
sein müsse. Als Grund liiefür führt er die Kalenderreform
des Augustus an; er kann sich gar nicht vorstellen,
dass schon 36 Jahre nach dem Edicte Cäsars das Zurückweichen
der Jahrpunkte bemerkt werden konnte und bezieht
die damalige Auslassung der bissexti auf die Correctur des
Mondjahres, respective des numerus aureus, während bekanntlich
die Correctur unter Augustus sich nur auf die richtige Auslegung
des ,quarto quoque anno' im Kalenderedict Cäsars
bezog. Als weiteren Grund führt Cusanus an, dass im grossen
532jährigen Cyclus das Geburtsjahr Christi die 20. Stelle
einnehme; wobei er eben nicht bedachte, dass man die Cyclen
auch nach rückwärts cpnstruirte; schliesslich, dass, als Anatolius,
um 300 nach Christi, seinen Cyclus begründete, bereits
die Anticipatio der Neumonde 1 Tag betragen haben müsse,
denn sonst hätte Anatolius im cycl. lun. XIX (mim. aur. III.)
nicht zum 25. März luna XXVI setzen können. 1
Nun kommt, Cusanus auf die Osterfeier zu sprechen, für
deren Geschichte ihm die Kirchengeschichte des Eusebius und
Hieronymus: de illustribus viris, Quellen sind. Er analysirt
1 Nach dem Julianisehen Kalender des Mittelalters fällt luna XXVI im
num. aur. III. auf den 26. März. — Woher Cusanus den Cyclus des
Anatolius kennt, ist schwer zu sagen. Wir wissen nur aus Eusebius von
diesem gelehrten Alexandriner und können aus dessen spärlichen Notizen
kaum die Ostertafel zusammenstellen. (Ideler. II. 227 u. ff.)