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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Die  Vorgeschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreform.

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Fehler  des  Kalenders,  dann  dessen  Folgen  besprochen  und
im  dritten  Abschnitte  der  Refonnvorschlag  gemacht.  Des
Nicolaus  von  Cusa  wird  darin  wohl  nicht  Erwähnung-  gethan,
aber  da  der  hier  gegebene  Vorschlag  genau  mit  seinem  übereinstimmt ­
  und  da  Johannes  de  Segovia  ausdrücklich  anführt,
dass  er  dasselbe  vorgetragen  habe,  so  darf  man  wohl  annehmen,
dass  das  Avisamentum  aus  der  Feder  des  gelehrten  Cardinais
stammt.  Dasselbe  schliesst  mit  folgenden  Worten:  ,Quare  cunctis
dig-estutissime  examinatis  placuit  iste  modus  ultimo  Omnibus
deputatis  in  hac  materia  correctionis  Kalen  dar  ii,  qui  supplicant,
  ut  aut  acceptetur  iste,  aut  alius  melius  absque  mora
detur,  per  quem  error  tanti  pascalis  sacramenti  de  medio  tollatur.
  Raciones  autem  deputatorum  pro  conclusione  praescripti
modi  multae  sunt,  quae  breviter  conscribi  non  poterant;  si  quis
tarnen  dubium  habuerit  ab  ipsis  poterit  informarih
Johannes  de  Segovia  hat  also  gefehlt,  wenn  er  den  Nicolaus ­
  von  Cusa  vorschlagen  lässt,  7  Tage  im  Juni  1439  auszulassen; ­
  allerdings  kann  die  Verwechslung  dadurch  erklärt
werden,  dass  vom  24.  Mai  auf  den  1.  Juni  übergegangen  werden
sollte.  Dagegen  ist  kein  Grund  vorhanden  anzuzweifeln,  dass
das  Avisamentum  im  März  1437  durch  den  Cardinal  vorgetragen ­
  worden  sei.  In  diesen  Monat  fällt  die  25.  Sitzung  des  Concils
  (7.  März),  bei  der  Cusanus  noch  anwesend  war.  Nach  derselben ­
  wurde  er  aber  von  Eugen  IV.  abberufen  und  ging-  mit
dem  Cardinal  Julian  nach  Rom,  um  nimmer  nach  Basel  zurückzukehren. ­
  Die  Angelegenheit  der  Kalenderreform  —  ihres
Hauptvertreters  beraubt  —  kam  also  ins  Stocken.  Dadurch
also  wird  die  Sache  verzögert  worden  sein,  nicht  durch  das
Bestreben  des  Hermann  Zoestius,  dass  die  7  Tage  aus  dem
Mai  oder  October  ausgelassen  werden  sollen.  Denn  Zoestius
erwähnt  bei  seiner  Erzählung  mit  keinem  Worte,  dass  dies
Gegenstand  des  Streites  gewesen  sei  und  wendet  sich  auch
nicht  selbst  polemisirend  gegen  den  Vorschlag  des  Cusanus,
den  er  vielmehr  —  freilich  mit  Verschweigung  des  Namens  —
als  den  besten  und  allgemein  angenommenen  anführt.  Dagegen
ist  wahrscheinlich,  dass  Hermann  Zoestius,  der  ja  schon  früher
der  Commission  angehörte,  jetzt  mehr  in  den  Vordergrund  trat
und  bei  der  Abfassung  des  Decretes  thätig  gewesen  ist.  Dieses
            
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