Die Vorgeschichte der Gregorianischen Kalenderreform.
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verlas der Notar der Deputatio de Pace eine Schrift, welche
die Ermahnung- enthielt, dass die Kirche auch eingehen müsse
auf die Bitten der Leute niederen Standes. Da nun von Anfang
an die numeri aurei in den Kalender falsch eingestellt wurden,
weshalb die Ungläubigen die Kirche verlachen und viele der
Christen ihre Kalender der Wahrheit gemäss eingerichtet haben,
so möge die heilige Synode einige Deputirte wählen, welche
mit Herbeiziehung erfahrener Astronomen für die Verbesserung
des Kalenders Sorge tragen sollen. Es wurde hierauf beschlossen,
dass hiezu der Cardinal von Bologna bestimmt werde, welcher
sich nach Belieben einige Berather beigesellen möge. Es wurde
nun unter der Leitung des Cardinais, und auch nach dessen Abgang
vom Concil, viel unter den Deputirten darüber verhandelt,
und endlich wurde im März des Jahres 1437, in einer Versammlung-
der Concilsväter im Kefectorium der Minoriten, der Bericht
und Vorschlag der Commission durch den Cardinal Nicolaus
von Cusa vorgetragen. In demselben wurde beantragt, dass im
Jahre 1439 vom Monate Juni sieben Tage ausgelassen werden
sollen. Der Berichterstatter versicherte, dass dadurch der ursprüngliche
Stand des Kalenders wieder hergestellt, und wenn
man in Zukunft alle 304 Jahre 1 Tag einschalten würde, 1 der
Kalender für immer in Ordnung bleiben werde. Da kam aber
Hermann, Mönch des Klosters N., dazwischen und machte
mehrere Jahre hindurch grosse Anstrengungen, dass die sieben
Tage nicht aus dem Juni sondern vom Mai oder October weggelassen
werden sollten. Nachdem aber endlich den Deputirten
die Vollmacht gegeben worden war, das Decret darüber abzutassen,
so wurde dasselbe — freilich zur Unzeit — hauptsächlich
durch die Mühewaltung des Hermann ausgearbeitet, auf
dass es in der ganzen Christenheit verkündet werde. Aber da
damals die Kirche unter der Zwietracht zweier Concile litt, indem
nach der Suspension Eugen IV. die einen dem Concil
von Basel, die andern jenem von Ferara gehorchten, so be-1
Anders kann die Stelle nicht aufgefasst werden. Johannes de Segovia
schreibt: Affirmabatque relator, ut comparato celi cursu ad computum
Kalendarii, ne error in futurum contingeret, in singulis 304 annis oporteret
intercalari unum diem, quod haetinus quia factum non existerat,
ideo in Kalendario reperiebatur error. Vielleicht ist zwischen oporteret
und intercalari ein desistere einzuschalten; dann wäre die Stelle richtig.