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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Die  Vorgeschichte  dev  Gregorianischen  Kalenderreforra.

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Ptolomaei  erant,  sunt  9  dies,
et  a  tempore  suae  probationis
usqne  tune  fuerunt  anni  domini
1127,  in  quo  numero  annorum
sunt  novies  127  (recte  125)  anni.

Sed  ab  hoc  loco  in  calendario
  usque  ad  idus  Decembris
ubi  nunc  est  solstitium  sunt  9
dies,  quibus  ascendit  hoc  solstitium ­

Sed  ab  anno  probationis
Ptolomaei  sunt  nunc  de  annis
domini  1127,  eo  quod  nunc
sit  annus  domini  1267
Sedinisto  tempore  nunc  dicto
  125  anni  reperiuntur  novies.
Die  beiden  Männer  haben  einen  verschiedenen  Gedankengang,
  daher  sind  die  dem  Roger  Bacon  entnommenen  Stellen
zerstreut.  Während  letzterer  die  Berechnung  der  Anticipatio
im  Auge  hat  und  dazu  die  Beobachtungen  des  Ptolomäus  und
seine  eigenen  benützt,  weist  Piere  d’Ailly  die  Ansicht  des
Grosseteste  zurück  und  stützt  sich  dabei  auf  Ptolomäus  und
Bacon.  Schliesslich  gibt  Piere  d’Ailly  noch  die  Ansätze  des
Aequinoctiums  für  die  Jahre  1411  und  1412  auf  den  12.  März

3 3 /.t  Uhr  Früh  und  11.  März  9  Uhr  Morgens,  wobei  er  den
Tag  mit  Mitternacht  beginnen  lässt.
Im  4.  Capitel  (de  errore  numeri  aurei  ex  mutatione  primationis
  lunae)  berechnet  er,  wie  viel  der  Fehler  des  Lunarkalenders ­
  im  Jahre  1411  betrage.  Er  geht  dabei  von  der  falschen ­
  Ansicht  aus,  dass  schon  Julius  Cäsar  den  gegenwärtig
bestehenden  Cyclus  mit  den  numeri  aurei  den  Kalender  eingeschrieben ­
  habe,  wobei  er  einen  kleinen  Excurs  zur  Kalenderreform
Cäsar’s  —  für  die  ihm  Sueton  und  Solinus  Quellen  sind  —  unternimmt. ­
  Da  Julius  Cäsar  47  v.  Chr.  den  Kalender  reformirt  habe,
daher  von  dort  bis  zum  gegenwärtigen  Jahre  1458  Jahre  verflossen
sind, 1  und  weil  es  Thatsache  ist,  dass  alle  304  Jahre  die  Neumonde
um  1  Tag  im  Kalender  zurückgehen,  so  folgt  daraus,  dass  jetzt
der  Fehler  über  4  Tage  und  im  Jahre  1473  gerade  5  Tage
betragen  werde.  Erst  in  diesem  Jahre  wird  es  gerathen  sein,
den  Mondkalender  durch  Zurückrücken  der  numeri  aurei  um

1  Pi&re  (l’Ailly  hat  hier  einen  auch  noch  in  neuerer  Zeit  vorkommenden
Rechenfehler  begangen,  indem  er  die  Jahre  vor  und  nach  Christus  einfach ­
  zusammen  zählt,  statt  von  der  Summe  1  abzuziehen.  Richtig  sollte
es  daher  heissen  1157  und  weiter  unten  1474.
Sitzungster.  tl.  pkil.-hist.  CI.  LXXXII.  Bd.  III.  Hft.

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