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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Kaltenbrunner.

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Sechs  Jahre  später  brachte  dann  Piere  d’Ailly  auf  dem
Concil  von  Constanz  die  Angelegenheit  zur  Sprache  und  las
seine  wohl  etwas  umgearbeitete  aber  doch  nicht  ganz  den
Verhältnissen  angepasste  Arbeit, 1  sammt  seinem  Briefe  an
Johann  XXIII.  und  dem  Decrete  desselben,  den  Concilsvätern
vor.  In  dieser  Gestalt  ist  sie  auf  uns  gekommen  und  findet
sich  unter  dem  Titel:  Exhortatio  ad  concilium  generale  Constantiense
  super  correctione  Kalendarii  propter  ingentes  ejus
errores  abgedruckt  bei  Hermann  v.  d.  Hardt:  Magnum  Concilium ­
  Constantiense  (Frankf.  u.  Leipz.  1679)  Tom.  II.  p.  72
ex  manuscr.  Vindob.  Part.  IV.  Act.  CC. 2  Ferner  bei  Mansi
Nova  Collectio  Conciliorum  XXVIII.  370  (aus  derselben  Handschrift) ­
  und  bei  Lenfant:  Ilistoire  du  concil  de  Constance  (Amsterdam ­
  1714)  pag.  695.  (Auszug  aus  v.  d.  Hardt.)  Ausserdem
findet  sie  sich  handschriftlich  in  den  Codices  Vindob.  5266
fol.  68 b —72“  und  3162  fol.  202 a —210 b .
Piere  d’Ailly’s  Werk  ging  aus  seiner  Sehnsucht  nach  Reform, ­
  deren  eifriger  Verfechter  er  war,  hervor.  Dies  zeigt
schon  seine  Einleitung.  Mit  bitterem  Ernste  zählt  er  der  Mitwelt ­
  auf,  welche  grosse  und  einsichtsvolle  Männer  sich  einst
mit  der  Frage  des  Osterfestes  beschäftigt  haben,  welche  Sorgfalt ­
  sie  darauf  verwandten,  dass  es  gemäss  den  alten  Satzungen ­
  und  den  ihm  innewohnenden  Mysterien  gefeiert  werde.
Er  schliesst  seine  Betrachtung  über  die  vergangenen  Zeiten
mit  dem  charakteristischen  Satze:  ,his  ergo  talibus  et  tantis
viris  ob  causam  praedictam  de  dierum  ac  momentorum  calculatione
  magis  quam  de  denariorum  ac  monetaruin
computatione  olim  solicita  cura  fuit  et  diligentia'.  Wie  ist
1  So  findet  sich  in  der  Einleitung  der  Hinweis  auf  den  Beschluss  des  Concils
von  Pisa  (1409)  mit  den  Worten:  ,ecce  nunc  dies  salutis  quocl
ad  Ultimi  Pisani  concilii  deeretum  universalis  dcbet  synodus  celebrari 1 .
Die  Umarbeitung  dagegen  beweist  unter  Anderm  den  Umstand,  dass  er
sich  einmal  auf  den  1416  abgefassten  Tractat  de  legibus  et  sectis  beruft.
Vielleicht  ist  die  ursprüngliche  Fassung  in  jener  von  Fabricius  erwähnten
Ausgabe  seiner  Werke  enthalten,  denn  da  findet  sich  als  Titel  des  Tractates:
De  con-eetione  calendarii  nicht  Exhortatio  super  correctione  calendarn.
2  Es  ist  der  Codex  Vindob.  5113,  der  1417  von  dem  Priester  Dorre  zu  Constanz ­
  beendigt  wurde.  Der  Tractat  füllt  die  letzten  vier  Blätter  aus.  Die
drei  andern  Codices  der  Acta  conciliorum,  die  das  Citat  voraussetzt,  sind
die  sogenannten  Codices  Elstraviani,  jetzt  Cod.  Vindob.  5009.  5070.  5071.
            
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