Die Vorgeschichte der Gregorianischen Kalenderreform.
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Diesen Fehlern gegenüber stellt sich aber Isaac auf den
Standpunkt des Sacro-Bosco und erklärt am Ende seines Werkes
feierlich, dass er dies Alles nicht eingeführt habe, als ob
er meinte, es sei die übliche Osterregel abzuändern, oder als
ob er diejenigen, welche den Osterkanon aufgestellt haben, der
Unwissenheit anklagen wollte. Es war nur seine Absicht zu
zeigen, dass, wie immer auch der Cyclus construirt wurde, er
mit der Zeit fehlerhaft werden musste. Mit tiefem Bedauern
meldet er, dass bereits Nicephoras Gregoras über diese Dinge
geschrieben und den Osterkanon corrigirt habe. Derselbe habe
beim Volke, beim Kaiser und bei den gelehrtesten Männern der
Kirche Anklang gefunden und man habe beschlossen, dass
—• wenn möglich — Ostern nach diesem verbesserten Kanon
gefeiert werden soll. Isaac bittet seine Leser, in dem Buche
des Gregoras keine Belehrung zu suchen. 1
In dem Verzeichniss der Werke des bekannten byzantinischen
Geschichtschreibers Nicephoras Gregoras bei Fabricius
2 findet sich auch: Ad reverendum Josephum de paschate
demonstratio, ut jampridem in eo erratum sit et quomodo
corrigi debet. Das Buch war mir nicht zugänglich. Scaligcr
und Petavius geben nach dem Computus des Argyrus die Ostertafel
des Gregoras, sagen aber nicht an, woher sie dieselbe genommen
haben. Dieselbe ist eine Combination des neunzehn und
des achtundzwanzigjährigen Cyclus, ganz analog der, welche Isaac
seinem Computus eingeschaltet hat, und als deren Verfasser er den
Johannes Damascenus angibt. Gregoras hat die numeri aurei
um 2 Tage zurückgerückt; auf den Fehler des Sonnenjahres
aber hat er keine Rücksicht genommen; er kann nicht vor-I
1 lieber die Abfassungszeit des Computus von Iaac Argyrus erhalten wir
mehrfachen Aufschluss. Capit. III und XVI gibt er das Schöpfungsjahr
6881 als annus praesens an; Cap. VI 6880, wobei aber die Rechnung
auf 6881 passt. Reducirt auf die Incarnations- Aera ist dies 1372/3. Endlich
erzählt er, dass er vor 50 Jahren als Jüngling sich einmal gewundert
habe, dass die Juden am 20. März ihr Pascha begingen, während
die Kirche bis zum 25. April wartete, da der Kanon den Ostervollmond
am 18. April ansetzte. Diese Combination tritt nach dem lateinischen
und griechischen Osterkanon im II. Jahrhundert nur im Jahre 1318 ein.
(num. aur. VIII. grieeh. Cyclus V Sonnencyclenzahl XI, griechische XXII).
Somit stimmt auch damit beiläufig (las Jahr 1272/3 überein.
2 Bibliotheca graeca VII. 632 u. ff.