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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Die  Vorgeschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreform.

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sind,  stets  um  14  (respective  14—19)  grösser  sind,  wollen  sie
zu  dem  laufenden  numerus  aureus  des  Jahres  (dem  numerus
antiquus)  die  Zahl  14  (als  numerus  corrector)  hinzuzählen  und  .
dann  bezeichnet  ihnen  —  für  dieses  Stadium  des  Fehlers  —
der  Monatstag,  an  dem  sie  die  erhaltene  Summe  angesetzt
finden,  den  richtigen  Neumondstag.  Z.  B.  Im  Jahre  1349  (num.
aur.  I)  tritt  nach  dem  Julianischen  Kalender  am  23.  Jänner
Neumond  ein;  wendet  man  die  Correctur  an,  so  erhält  man
als  den  richtigen  Neumondstag  den  19.  Jänner,  zu  dem  numerus ­
  aureus  (1—(—14)  15  steht.  Da  die  in  diesem  Verhältniss
stehenden  Numeri  aurei  selbst  nicht  gleichmässig  von  einander
abstehen,  sondern  bald  um  4,  bald  um  5  Kalendertage  entfernt
sind,  so  ist  im  Allgemeinen  für  zwei  310jährige  Zeiträume
gesorgt.  Nach  620  Jahren  aber  muss  der  numerus  corrector
geändert  werden.  Da  jetzt  der  Numerus  aureus  erreicht  werden
soll,  der  den  6  bis  7  Tage  früher  stehenden  Kalendertagen
entspricht  und  an  dieser  Stelle  der  Numerus  steht,  welcher  um
8  kleiner  ist  als  der  bisher  die  wirklichen  Neumonde  anzeigende,
so  muss  man  jetzt  zu  dem  numerus  antiquus  eine  Zahl  hinzuzählen, ­
  die  um  8  kleiner  ist  als  der  bisher  angewendete  Corrector.
  Dieser  Anforderung  entspricht  nun  jene  Zahl,  welche  als
numerus  aureus  unmittelbar  vor  dem  bisher  als  Corrector  geltenden ­
  Numerus  steht  d.  i.  6.  Mit  einem  Worte:  wenn  man
die  numeri  aurei  von  14  angefangen  in  umgekehrter  lleihe
—  als  sie  im  Kalender  stehen  —  aufstellt,  so  erhält  man  die
Reihe  der  Correctoren  für  die  einzelnen  310,  eventuell  620  Jahre
umfassenden  Zeitabschnitte.
Im  vierten  Tractate  sprechen  sie  über  Ostern  und  fassen
da  nochmals  ihre  früher  ausgesprochenen  Ansichten  zusammen,
also  Zurückführen  des  Aequinoctium  vernum  auf  den  21.  März
und  Correctur  des  Mondkalenders,  wobei  sie  nochmals  ausführlich ­
  auf  den  numerus  corrector  zu  sprechen  kommen. 1

1  -Dieser  letzte  Thoil  scheint  etwas  später  abgefasst  zu  sein,  als  die  drei
früheren  Tractate.  Denn  beim  numerus  corrector  berufen  sie  sich  darauf,
dass  sie  dies  ausführlich  auseinander  gesetzt  hätten  im  Tractatus  de
correctione  numeri  aurei,  den  sie  im  Jahre  1345  auf  Befehl  des  Pabstes
  Clemens  VI.  zu  Avignon  abgefasst  haben.  Darunter  Kann  wohl  nur
der  III.  Tractatus  der  Epistola,  für  die  sie  ausdrücklich  das  Jahr  1345
als  annus  praesens  angeben,  gemeint  sein.  (Vergl.  pag.  31.  .Anmerk.)
            
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