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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Die  Vorgeschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreform.

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lassen;  dies  hat  er^t  Johannes  de  Gamundia  in  der  Mitte  des
15.  Jahrhunderts  für  den  Kalender  praktisch  verwerthet.
Interessant  ist  in  der  Notitia  auch  der  Absatz  B,  aus  dem
hervorgeht,  dass  Robert  abweichend  von  Beda  den  Numerus
aureus  im  September  umsetzen  lässt.  Dieser  Neigung,  von  der
Autorität  Beda’s  wieder  abzugehen  und  auf  frühere  Verhältnisse ­
  zurückzugreifen,  werden  wir  später  in  der  Humanisten-Zeit
  wieder  begegnen.  1
4.  Noch  zwei  Computi,  entstanden  um  die  Wende  des
13.  Jahrhunderts,  haben  wir  zu  betrachten,  nicht,  weil  sie  Neues
bringen,  sondern  weil  sie  von  der  Verbreitung  des  Gedankens
zeugen  und  uns  auch  veranschaulichen,  wie  elastisch  die  Frage
bereits  behandelt  wurde.
Beide  Computi  sind  enthalten  im  Codex  Vindob.  5239. 2  Der
erste  derselben  hat  zum  Verfasser  einen  Mönch  Johannes  de
S. 3  Dass  dabei  nicht  an  Johannes  von  Sacro  Bosco  zu  denken
ist,  wird  die  folgende  Besprechung  klar  machen.  Der  Computus
will  Mittel  geben,  durch  welche  der  kirchliche  Kalender  verbessert ­
  werden  könne;  in  der  That  aber  wird  sehr  wenig  dieser
pomphaften  Ankündigung  entsprochen.  Bei  Besprechung  des
Sonnenjahres  unterwirft  der  Bruder  S.  nicht  die  auf  die  Bibel
gestützte  Autorität  der  Controle  der  Astronomie,  sondern  ihm
ist  jener  Ansatz  der  richtige,  der  den  Stand  der  Jahrpunkte
auf  den  VIII  Kalenden  zur  Zeit  Christi  mit  dem  jetzigen,  um
10  Tage  vor  denselben,  am  besten  vereinbar  erscheinen  lässt.
Daher  zieht  er  den  Albategni  dem  Ptolomäus  vor,  noch  besser
aber  ist  es  seiner  Meinung  nach,  anzunehmen,  dass  die  Jahrpunkte ­
  in  je  120  Jahren  um  1  Tag  zurückrücken.  Die  Fehler
1  Aehnliches  bezüglich  des  Saltus  lunae  wurde  am  Hofe  Karl  des  Grossen
versucht,  aber  von  Alcuin  energisch  niedergekämpft.  (Monum.  Alcuiniana.
  Nr.  83.)
2  Die  Tabulae  Cod.  manuscr.  (IV.  70)  bezeichnen  ihn  als  5239  et  5239*.
Der  Codex  hat  doppelte  Poliozählung,  zuerst  mit,  dann  ohne  Stern.  Die
hier  in  Betracht  kommenden  Stücke  gehören  dem  zweiten  Theile  an
und  umfassen  die  Blätter  10’—28 b  und  35’—  52 b .  Der  Codex  besteht
aus  zahlreichen  mathematischen  und  eomputistischen  Tractaten,  die  im
14.  und  15.  Jahrhundert  geschrieben  und  erst  in  neuerer  Zeit  zusammengebunden ­
  wurden.
Fol.  28“:  explicit  computus  novus  phylozophicus  compositus  per  fratrem
Jobannem  de  S.
            
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