Die Vorgeschichte der Gregorianischen Kalenderreform.
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lassen; dies hat er^t Johannes de Gamundia in der Mitte des
15. Jahrhunderts für den Kalender praktisch verwerthet.
Interessant ist in der Notitia auch der Absatz B, aus dem
hervorgeht, dass Robert abweichend von Beda den Numerus
aureus im September umsetzen lässt. Dieser Neigung, von der
Autorität Beda’s wieder abzugehen und auf frühere Verhältnisse
zurückzugreifen, werden wir später in der Humanisten-Zeit
wieder begegnen. 1
4. Noch zwei Computi, entstanden um die Wende des
13. Jahrhunderts, haben wir zu betrachten, nicht, weil sie Neues
bringen, sondern weil sie von der Verbreitung des Gedankens
zeugen und uns auch veranschaulichen, wie elastisch die Frage
bereits behandelt wurde.
Beide Computi sind enthalten im Codex Vindob. 5239. 2 Der
erste derselben hat zum Verfasser einen Mönch Johannes de
S. 3 Dass dabei nicht an Johannes von Sacro Bosco zu denken
ist, wird die folgende Besprechung klar machen. Der Computus
will Mittel geben, durch welche der kirchliche Kalender verbessert
werden könne; in der That aber wird sehr wenig dieser
pomphaften Ankündigung entsprochen. Bei Besprechung des
Sonnenjahres unterwirft der Bruder S. nicht die auf die Bibel
gestützte Autorität der Controle der Astronomie, sondern ihm
ist jener Ansatz der richtige, der den Stand der Jahrpunkte
auf den VIII Kalenden zur Zeit Christi mit dem jetzigen, um
10 Tage vor denselben, am besten vereinbar erscheinen lässt.
Daher zieht er den Albategni dem Ptolomäus vor, noch besser
aber ist es seiner Meinung nach, anzunehmen, dass die Jahrpunkte
in je 120 Jahren um 1 Tag zurückrücken. Die Fehler
1 Aehnliches bezüglich des Saltus lunae wurde am Hofe Karl des Grossen
versucht, aber von Alcuin energisch niedergekämpft. (Monum. Alcuiniana.
Nr. 83.)
2 Die Tabulae Cod. manuscr. (IV. 70) bezeichnen ihn als 5239 et 5239*.
Der Codex hat doppelte Poliozählung, zuerst mit, dann ohne Stern. Die
hier in Betracht kommenden Stücke gehören dem zweiten Theile an
und umfassen die Blätter 10’—28 b und 35’— 52 b . Der Codex besteht
aus zahlreichen mathematischen und eomputistischen Tractaten, die im
14. und 15. Jahrhundert geschrieben und erst in neuerer Zeit zusammengebunden
wurden.
Fol. 28“: explicit computus novus phylozophicus compositus per fratrem
Jobannem de S.