Die Vorgeschichte der Gregorianischen Kalenderreform.
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1 / 5 Stunde zurück; nach des Computisten Angabe stehen jetzt
dieselben um 10 Tage 4 3 / 5 Stunden vor den 4 Festen; dies
ergibt als annus praesens: 1200 (10 Tage) -f- 20 (4 St.) -)- 3
( 3 / 3 St.) = 1223. Im Capitel XL. (de aureo numero et anno
lunari coramuni) begegnen wir derselben naiven Erklärung des
Fehlers im Mondcyclus, wie beim Magister Chonrad.
II. Heranziehen der Autoritäten des Alterthums und der
Araber. Die ersten Forderungen nach Verbesserung.
1. Ein neues Stadium bezeichnet Johann von Sacro
Bosco (Sacro-Busto auch Holywood oder Halifax genannt), 1 ein
schottischer Mönch, der sich grösstentheils zu Paris aufhielt, gestorben
1235 (nach Anderen 1256). Er verfasste im Jahre 1232
einen Tractat ,De anni ratione seu ut vocatur vulgo computus
ecclesiasticust 2 Sacro Bosco hat die Absicht, ein Compendium
der Zeitrechnung zu geben, er bewegt sich daher möglichst gedrungen
und klar. Die Hauptquelle ist ihm Beda, daneben
kommt aber bereits Ptolomäus vor, 3 und gerade an jeneu
1 Tanner Bibi. brit. hist, unter Halifax. Weidler Historia astronomiae 227.
Fabricius I. 161. Mädler Geschichte der Himmelskunde. II. 106.
2 bas Buch wurde zuerst gedruckt zu Ferara (Mädler a. a. 0.) 1538 schrieb
Ph. Melanehton dazu eine Vorrede, die von Bretsehneider im Corp. Reform.
573 — 576 aufgenommen ist. Mit dieser wurde es dann oftmals zu
Wittenberg aufgelegt. Piper (Kirchenrechnung XIV. Anm. 5) führt fünf auf
der kgl, Bibliothek zu Berlin befindliche Ausgaben an, die erste von 1550.
Frühere sind nach Bretsehneider von 1538 und 1544. Es scheint damals
neu bearbeitet worden zu sein, wie aus folgenden Worten Melancliton’s
hervorgeht: ,Scito autem, emendatum esse libellum a viro praedito egregia
doetrina et virtute Caspara Bornero 1 . — Das von mir benützte Exemplar
der hiesigen Hofbibliothek (Wittenberg 1553) ist zusammengebunden
mit Sacro Bosco’s Sphaera mundi, zu der Melanehton ebenfalls eine Vorrede
schrieb. Dieselbe war noch verbreiteter als der Computus und fand
zahlreiche Commentatoren, unter denen der bedeutendste Clavius ist.
3 Die |j.Eyd).vj ouvra?:; des Ptolomäus, schon lange den Arabern bekannt,
wurde zuerst aus einer arabischen Uebersetzung ins Latein übertragen
von Gerardus Cremonensis (gest. 1187), vergl. Jourdain: Recherehes critiques
sur l’äge et l’origine des traductions latins d’Aristote (Paris 1843)
pag. 120. Ins Arabische war sie zuerst übertragen worden unter dem
Khalifen Almanon, dem Sohne des Harun al Raschid, welcher von Michael
III. erwirkt hatte, dass seine Gelehrten auf der Bibliothek von
Constantinopel arbeiten dürften. (Mädler a. a. 0. II. 87.) Das Abendland
erhielt erst im 15. Jahrhundert eine Uebersetzung aus dem Urtext.