Tirnovo’s altbulgarische Baudenlcmale.
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versprach mir der Dorfpope, sie am nächsten Morgen nach
Tirnovo zu bringen; doch weder ihn, noch Schüssel sah ich
jemals wieder. Vielleicht löset ein später Arbanasi besuchender
Alterthumsfreund ihr Geheimniss.
Als Stifterin der frommen Baute und Gründerin der
ursprünglich griechischen Colonie, wurde mir von Pope und
Einwohnern allgemein eine byzantinische, an Car Sisman (?)
vermalte Prinzessin genannt. Der Kirche mittelmässiger Bautechnik
nach zu urtheilen, dürfte sie aber der zweiten Hälfte
des 14. Jahrhunderts angehören. Dafür spricht auch eine
andere Tradition, nach welcher Arbanasi erst vor 400 Jahren
von griechisch sprechenden Rumunen aus dem Epirus gegründet
wurde, die von hier aus einen schwunghaften Viehhandel nach
der Donau betrieben. Früher, um 1793, befand sich zu
Arbanasi ein Kloster, in dem jener vielgeprüfte bulgarische
Patriot Stojko kurz weilte, welcher sich später als Bischof
Sofronije von Vraca durch sein Martyrium für die nationale
Sache auszeichnete und 1806 im Exil zu Bukarest das erste
gedruckte Buch in neubulgarischer Sprache herausgab. Heute
ist von dieser ,Lavra“ nichts mehr zu sehen. Auch die Spur
noch vieler anderer Monumente Tirnovo’s aus der altbulgarischen
Carenzeit ist verloren gegangen. Brand und Zerstörung vernichteten
sie entweder gänzlich oder sie 'wurden zu Moscheen
und Bädern umgebaut. So soll das ,Bas-Hamam“ (Hauptbad)
Tirnovo’s, wie man mir erzählte, einst eine Marienkirche
gewesen sein und heute noch Reste heiliger Darstellungen
enthalten.
Die gehegte Hoffnung, meinem selbstständigen kunsthistorischen
Werke ,Serbiens byzantinische Monumente“ ein ähnliches
über jene Bulgariens folgen lassen zu können, schwand schon zu
Tirnovo, am Sitze seiner mächtigen Caren, und noch mehr,
als icli später ihren frommen Stiftungen zu Trojan, Gabrovo,
Elena, Maglis, Kalofer, Karlukovo u. s. w. gegenüber stand.
Mit Ausnahme der einstigen lateinischen Patriarchalkirche zu
Nikopoli, welche ich im III. Bande meines Werkes ,Donau-Bulgarien
und der Balkan“ näher zu schildern gedenkß, und
die sowohl constructiv als decorativ sehr tüchtig gebaut ist,
können sie ungeachtet manch interessanter Einzelheiten weder
den Vergleich mit den griechisch-byzantinischen Bauten am