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Tirnovo’s altbulgarische Baudenkmale.
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berühmte Kathedrale jener mächtigen Caren sein, welche zeitweise
ihre Banner von der Theiss bis zum Pontus wehen Hessen.
Hätten sie wohl auch zu ihrer Prachtkirche Sandstein und
Ziegel verwendet, wo ganz nahe, auf dem Hissar selbst, die
prächtigsten Marmorbrüche zur Ausbeute einluden und würden
sie nicht den alles dominirenden Schlossberg mit ihr gekrönt
haben, anstatt sie tief unten an der Jantra aufzuführen ? Nein,
die einstige Tirnovoer Kathedrale hatte nicht hier, sondern
hoch oben auf dem leicht zu vertheidigenden ,Carevec' (Kaiserhügel)
neben der Burg der Herrscher gestanden. Dies entsprach
oströmischer Sitte, sowie alter, bis auf heute vererbter
Tradition 1 und jene früher erwähnten kirchlichen Reste in und
neben der Kavak-Baba-Tekessi Moschee auf dem Hissar waren
höchst wahrscheinlich Theile der altbulgarischen Carenkirche
gewesen, für deren einstige Pracht jene Marmorsäulen und
Skulpturen sprechen, welche der islamitische Sieger nach der
Zerstörung der Kirche zum Schmucke seiner an ihre Stelle
errichteten Moschee verwendet hatte.
Stand ich also auch nicht vor der Hauptkirche der altbulgarischen
Caren, so wap es doch immerhin eine ihrer
frommen Stiftungen und diese gab mir den richtigeren Massstab
für jene Bauten der Serbenfürsten, die mir einst so klein
erschienen waren. Wie hoheitsvoll erhob sich beispielsweise
neben ihr die Carska-Lavra von Studenica mit ihren herrlichen
Skulpturen, wie gross die höchst vollendeten Backsteinbauten
zu Zica, Krusevac und Ravanica, wie überlegen war ihr selbst
des Caren Lazar’s Kirche zu Manasia, an deren Grundriss
unch der kleine Bau am meisten mahnte, allerdings in den
Verhältnissen vergleichsweise wie ein bescheidenes Gewächshaus
zum Glaspalast von Sydenham.
Nach diesen ersten Betrachtungen ging ich daran, den
Grundriss der den h. Aposteln Peter und Paul geweihten
kleinen Kirche aufzunehmen, da der besser gemeinte als ausgeführte
von Daskalov, welchen er seiner bereits gedachten
‘Schrift beigab, sich schon bei nur flüchtiger Besichtigung des
Baues als unrichtig erwies. In der kühlen Vorhalle harrten
wir des Küsters, der eine Kerze herbeiholte; denn in dem
1 Zachariae, Beiträge zur Geschichte der bulgarischen Kirche. Petersburg,
1864.