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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

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K  a  n  i  t  z.  Tirnovo’s  altbulgarische  Baudenkmale.

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Tirnovo’s  altbulgarisclie  Baudenkmale.
Eine  Roisestudie  zur  Kunstgeschichte.
Von
F.  Kanitz.
(Mit  12  Illustrationen  im  Texte.)

Beinahe  alle  älteren  kirchlichen  Monumente  Serbiens
können  occidentale  Einflüsse  in  Construction  und  Decoration
nicht  verläug-nen.  So  z.  B.  mahnen  Grundriss,  Bautechnik  und
Sculpturen  des  kaiserlichen  Klosters  zu  Studenica  auffallend
an  gleichzeitige  romanisch-italienische  Bauten  und  das  al  freseo
gemalte  Tympanon  der  Krönungskirche  Zica  gleichfalls  an
italienische  Vorbilder.  Diese  in  einem  streng  orientalischen
Lande  auffallenden  Erscheinungen  erklären  sich  durch  dessen
regen  Verkehr  mit  dem  Abendlande,  insbesondere  mit  Venedig
und  durch  die  zeitweilige  Annäherung  seiner  Herrscher  an  die
römische  Kirche,  um  vom  Pabste  Hilfe  gegen  das  feindlich
gesinnte  oströmische  Kaiserreich  zu  erhalten.  Auch  die  bulgarischen ­
  Care  haben  in  ihrer  Bedränguiss  durch  das  auf  sie
drückende  Byzanz  oft  mit  römischen  Unterhändlern  Pacte
abgeschlossen;  ja  durch  kurze  Zeit  hielt  der  vom  Pabst
Inrtocenz  III.  eingesetzte  römisch-bulgarische  Primas  sogar  zu
Tirnovo  seine  Residenz  (1204).  Trotzdem  scheinen  aber  westeuropäische ­
  Sitte  und  Kunst  in  Bulgarien  geringeren  Eingang
als  in  Serbien  gefunden  zu  haben.
Die  kleinen,  im  ersten  Bande  meines  ,Donau-Bulgarien  und
der  Balkan' 1  geschilderten  Klosterkirchen  Sveti  Vrace,  Sveta
Troica  u.  s.  w.,  welche  ich  auf  der  westbulgarischen  Donauterrasse ­
  traf,  hatten  mir  keine  allzuhohe  Meinung  vom  Pracht-1

  Leipzig,  Hermann  Fries,  1875.
            
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