Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

228

P  f  i  z  m  a  i  e  r.

dass  er  geschlagen  werden  müsse  und  sprach  die  folgenden
Worte  eines  bilderlosen  Gedichtes:
Entschwunden  die  Sachen  der  Welt,
Ich  sporne  schon  das  Pferd,
Sehe  die  Barbaren  des  Westens.
Die  Kichern  süss,  die  Hirse!
Die  Zeit  bewältigt,  sie  heisst  mich  sterben.
Nachdem  er  dieses  gesprochen,  begann  er  den  Kampf.
Vom  Morgen  bis  zum  Abend  zählte  man  zehntausend  abgeschlagene ­
  Köpfe.  Die  Bogensehnen  waren  zerrissen,  die  Pfeile
zu  Ende  gegangen.  Lu-po  und  Kiai-hi  leisteten  keine  Hilfe.
Seine  Umgehung  rieth  ihm,  den  Rückzug  anzutreten.  Tscheutsch’ü
  legte  die  Hand  an  das  Schwert  und  sprach:  Dieses  ist
die  strenge  Tugend,  deren  ich  mich  hefleisse.  An  dem  Tage,
wo  ich  den  Befehl  erhalten  habe,  welchen  Rückzug  könnte  ich
antreten?  Auch  empfingen  in  dem  Alterthum  die  vortrefflichen
Anführer  den  Befehl  und  kamen  an  dem  Thore  des  Unheils
hervor.  Es  gibt  nämlich  ein  Vorrücken,  es  gibt  kein  Zurückziehen. ­
  Jetzt  werden  sämmtliche  Kriegsheere  untreu,  ihre  Macht
wird  gewiss  nicht  gehoben.  Ich  bin  ein  grosser  Diener.  Dass
ich  mich  mit  dem  Reiche  begraben  lasse,  kann  dieses  nicht
auch  geschehen?  —  Hierauf  kämpfte  er  mit  Macht  und  ging
zu  Grunde.
Man  verlieh  ihm  nachträglich  die  Stelle  eines  im  Westen
den  Frieden  herstellenden  Heerführers  und  machte  ihm  zum
Geschenke  hundertmal  zehntausend  Kupfermünzen,  einen  ßegräbnissplatz
  von  hundert  Morgen  und  einen  Grund  von  fünfzig
Morgen  in  der  Feste  der  Mutterstadt  zu  einem  Wohnhause.
Ferner  schenkte  man  ihm  fünfhundert  Morgen  Felder  in  der
Nähe  des  Königshauses.  Eine  höchste  Verkündung  sagte:  Die
Mutter  Tscheu-tsch’ü’s  ist  von  Jahren  alt,  es  werden  ihr  fernstehende ­
  Menschen  hinzugegeben.  Ich  der  Kaiser  bedauere  sie
immer  und  denke  nach.  Ich  besorge  für  sie  Aerzte  und  Arzneimittel. ­
  Wein  und  Reis  wird  ihr  geschenkt  das  ganze  Jahr.
Tscheu-tsch’ü  veröffentlichte  das  Werk  ^  Ml-yü
,die  Worte  des  Schweigens',  in  dreissig  Heften,  ferner  das
Werk  ja  ±  ie  Fung-thu-ki  ,die  Geschichte  des  Windes
und  der  Erde'.  Nebstdem  stellte  er  das  Buch  der  U  zusammen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.