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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Aus  der  Geschichte  des  Zeitraumes  Yuen-kliang  von  Tsin.  225
sagte  er  zu  den  Menschen  von  U:  Ihr,  die  übrig  gebliebenen
Menschen  eines  zu  Grunde  gegangenen  Reiches,  ist  es  euch
möglich,  frei  von  Betriibniss  zu  sein?  —  Tscheu-tsch’ü  erwiederte:
  Gegen  das  Ende  der  Han  erfolgte  Theilung  und
Einsturz,  die  Dreifüsse  der  drei  Reiche  wurden  aufgestellt.
Die  Vernichtung  von  Wei  geschah  früher,  der  Untergang  von  U
geschah  später.  Die  Betriibniss  wegen  des  zu  Grunde  gegangenen ­
  Reiches,  wie  hätte  sie  bloss  ein  einziger  Mensch?  —
Wang-hoen  zeigte  in  seiner  Miene  Beschämung.
Tscheu-tsch’ü  zog  nach  Lö-yang  und  wurde  durch  allmälige
Versetzung  Statthalter  von  Sin-ping.  Er  beruhigte  und  machte
zu  Freunden  die  westlichen  und  nördlichen  Fremdländer.  Das
Volk  Khiang,  welches  abgefallen  war,  unterwarf  sich  und
schloss  sich  an.  Auf  dem  Gebiete  des  Landstrichs  ^|g  Yung
pries  man  ihn.
Er  wurde  wieder  Statthalter  von  Kuang-han.  In  dieser
Provinz  gab  es  viele  ins  Stocken  gerathene  Rechtshändel,
welche  dreissig  Jahre  hindurch  nicht  entschieden  wurden.
Tscheu-tsch’ü  untersuchte  Recht  und  Unrecht,  und  eines  Morgens
waren  sie  entschieden  oder  aufgelassen.
Wegen  des  hohen  Alters  seiner  Mutter  entsagte  er  seinem
Amte,  kehrte  heim  und  wurde  plötzlich  an  die  Stelle  eines
Anderen  zum  inneren  Vermerker  von  Thsu  ernannt.  Er  hatte
noch  nicht  dieses  Amt  angetreten,  als  er  vorgeladen  und  zum
beständigen  Aufwartenden  von  den  zerstreuten  Reitern  ernannt
wurde.  Er  sagte  jetzt:  Die  Alten  verzichteten  auf  das  Grosse,
sie  verzichteten  nicht  auf  das  Kleine.  —  Somit  begab  er  sich
früher  nach  Thsu.
In  dieser  Provinz  war  die  Trauer  um  die  Todten  schon
m  vergangener  Zeit  unordentlich,  bei  Altem  und  Neuem  wurde
ohne  Unterschied  beharrt,  und  die  Gewohnheiten  waren  noch
nicht  zur  Einheit  gelangt.  Tscheu-tsch’ü  bemühte  sich,  Gerechtigkeit ­
  zu  lehren.  Ferner  umhüllte  er  die  Leichen  unbekannter ­
  Menschen  und  die  im  freien  Felde  liegenden  weissen
Gebeine,  sammelte  sie  und  begrub  sie.  Erst  als  er  dieses  gethan
hatte,  leistete  er  der  Vorladung  Folge.  In  der  Nähe  wie  in
der  Ferne  pries  und  bewunderte  man  ihn.
Als  er  sich  in  der  Stellung  eines  nahen  Aufwartenden
befand,  ward  Vieles  von  ihm  bemängelt  und  getadelt.  Er  wurde
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  LXXXII.  Bd.  II.  Hft.  10

.
            
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