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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r.

Gebieterin  von  I-tsching.  Als  Kö-hoai  starb,  erhielt  sie  den
nach  dem  Tode  zu  führenden  Namen  j|^  Siuen.  Man  brachte
besonders  vorzügliche  Gebräuche  in  Anwendung.  Die  Zeitgenossen ­
  spotteten  darüber,  aber  Niemand  getraute  sich,  offen
zu  sprechen.
Die  frühere  Gattin  Ku-tsch’ung’s  war  von  dem  Geschlechte
djS  Li.  Dieselbe  war  gut,  schön  und  von  gediegenem  Wandel.
Sie  gebar  zwei  Töchter,  deren  Namen  Pao  und  Yö.
Pao  wird  von  Einigen  mit  Namen  auch  Thsiuen,  Yö  von
Einigen  auch  yji?  Siiin  genannt.  Nachdem  ihr  Vater  Fung
hingerichtet  worden,  wurde  sie  in  Anklagestand  versetzt  und
verbannt.  Ku-tscli’ung  vermählte  sich  später  mit  einer  Tochter
m  @e  Kö-pei’s,  Statthalters  von  Tsching-yang.  Dieselbe  ist
die  Gebieterin  von  Kuang-tsehing. 1  Als  Kaiser  Wu  zur  Herrschaft ­
  gelangte,  durfte  das  Geschlecht  Li  in  Folge  der  erlassenen
allgemeinen  Verzeihung  zurückkehren.  Der  Kaiser  bestimmte
in  einer  besonderen  höchsten  Verkündung,  dass  Ku-tsch’ung
zwei  Gemalinnen,  die  eine  zur  Linken,  die  andere  zur  Rechten,
einsetzen  möge.  Auch  die  Mutter  Ku-tsch’ung’s  wurde  ermahnt.
Ku-tsch’ung  holte  das  Geschlecht  Li  ab.  Kö-hoai  wurde
zornig,  streifte  den  Aermel  zurück  und  gab  Ku-tsch’ung  einen
Verweis,  indem  sie  sagte:  Bei  der  Bestimmung  der  Gesetzabschnitte ­
  und  Verordnungen  hast  du  das  Verdienst,  dem  höchsten
Befehle  behilflich  gewesen  zu  sein.  Ich  habe  davon  einen  Antheil.
  Wie  darf  das  Geschlecht  Li  mit  mir  gleichgestellt  werden?
—  Ku-tsch’ung  erwiederte:  Die  höchste  Verkündung  versieht
sich  grosser  Ehrfurcht.  Ich  getraue  mich  nicht,  gegen  zwei
Gemalinnen  vollständig  die  Gebräuche  zu  üben.  —  In  Wahrheit ­
  fürchtete  er  sich  vor  Kö-hoai.
Indessen  wurde  seine  Tochter  Thsiuen  die  königliche  Gemalin
  Yeu’s,  Königs  von  Thsi.  Dieselbe  wollte  bewirken,  dass
Ku-tsch’ung  das  Geschlecht  Kö  fortschicke  und  ihre  Mutter
zurückkommen  lasse.  Um  diese  Zeit  waren  die  Mutter  ^|J  ^
Lieu-han’s  in  dem  Reiche  Pei  und  die  frühere  Gattin  J
Wang-khien’s,  des  kaiserlichen  Oheims  und  Aufsehers  des  Flügel-1

  So  liiess  Kö-hoai  früher.  Sie  wurde,  wie  ohen  zu  ersehen,  durch  ihre
Tochter,  die  Kaiserin  von  dem  Geschlechte  Kn,  zur  Gebieterin  von
I-tsching  ernannt.
            
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