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Werner.
liehen darstellt. Die Materie Bonaventura’s aber, aus der alles
Geschaffene ohne Ausnahme, somit auch die Engel und Menschenseelen
gebildet werden sollen, verlangt den umgekehrten,
abwärts steigenden Process fortschreitender Determination,
und bietet in ihren ersten Determinationen, durch welche der
Begriff, zuerst des begränzten Seins, ferner des quantitativ bestimmten
oder körperlichen Seins gewonnen wird, keinen Grund
für die Erklärung der Vielheit der unkörperlichen geschöpflichen
Wesen dar. Die Vielheit derselben wird nicht deducirt,
sondern vorausgesetzt, und aus anderweitigen Gründen feststehend
angenommen; der eigentliche Grund kann für Bonaventura
wol kein anderer sein als dieser, dass mit dem Heraustritte
des Seins aus der absoluten göttlichen Einheit die unbegränzte
numerische Vielheit desselben beginnt, die zunächst in der
Engelwelt, weiter aber in der Gesammtschöpfung sich darstellt,
und ihren Anfangs- und Endpunkt in Gott hat. Jegliches
Einzelne in der geschöpflichen Vielheit der Dinge denkt sich
nun weiter Bonaventura durch seine dreifache Beziehung auf
Gott als causa efficiens, exemplaris und finalis nach Modus,
Species und Ordo bestimmt. 1 Da nun die specifische Diversität
erst im Bereiche der terrestrischen Körperlichkeit beginnt,
so fällt der Plauptnachdruck im metaphysisch-kosmologischen
Denken Bonaventura’s selbstverständlich auf den Modus und
Ordo der Dinge oder auf deren Bestimmtheit zu Gott als Wirkungs-
und Zweckursache, woraus sich weiter seine Bezeichnung
der allbestimmenden und allordnenden göttlichen Vernunft
als ars aeterna erklärt.
Dem Gesagten zufolge darf es nicht Wunder nehmen,
dass die Universalienfrage bei Bonaventura keine eingehende
Untersuchung erfährt. Er selber bemerkt, dass der Ontolog
und der Kosmolog entgegengesetzte Stellungen zum Begriffe
des Universale nehmen, und beleuchtet dies an der beiderseitigen
Entscheidung der Frage, ob die der irdischen Materie
eingeschaffene ratio seminalis als Universale zu gelten habe
oder nicht; 2 der Ontolog verneint, der Kosmolog oder Philosophus
Naturalis bejaht diese Frage. Der Theolog würdiget
1 Sentt. II, dist. .35, avt. 2.
2 Sentt. II, dist. 18, art. 1, qu. 3.