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Werner.
vollkommen einem kosmologischen Hauptsatze Bonaventura’s
über die ternäre Weltgliederung, deren dreifache ontologische
Abstufung zusammt dem die drei Stufenglieder zur Einheit
eines geschlossenen Ganzen verbindenden Ordnungsverhältniss
die göttliche Weisheit, Macht und Güte als die in der Welt
sich offenbarende dreifache Vollkommenheit des Urseienden
bekunden sollte. 1 Wie nahe es Bonaventura lag, die Simultanität
der Hervorbringung dieser drei kosmischen Seinsstufen
zu behaupten, und dass er die ihm persönlich mehr zusagende
Ansicht nur aus Hochhaltung der durch eine überwiegende Anzahl
von Auctoritäten bezeugten herkömmlichen theologischen
Lehrauffassung nicht festhalten wollte, ist oben des Näheren
beleuchtet worden. Nicht minder ist Dante’s Lehre über die
höchsten Wesen, über die Engel, weit mehr jener Bonaventura’s,
als seines sonstigen Führers Thomas nachgebildet. Er
lässt die Engel nicht mit Thomas im Stande der Heiligung
erschaffen werden, sondern durch ihr selbsteigenes Verdienen
ihre Seligkeit und die unterschiedenen Grade derselben erlangen.
2 Aehnlich lehrt auch Bonaventura, dass die Engel
wahrscheinlich nicht im Stande der Gnade erschaffen wurden, 3
dass ihr Streben nach Vollendung in Gott von ihrem selbsteigenen
Willen ausgegangen und von der Gnade nicht angeregt,
sondern nur unterstützt worden sei, 4 dass alle seligen Geister
wahrscheinlich nur Eine Species von Wesen constituiren, 5 und
die zwischen ihnen bestehenden Rangunterschiede vornehmlich
nur in dem verschiedenen, ihnen zu Theil gewordenen Masse
der Gnade gegründet seien. 6 Dante führt Beschwerde über
die Scholastikei - , 7 welche in der Dreitheilung der Seelenvermögen
befangen, den in die eivige Anschauung vertieften
Engeln ein Erinnerungsvermögen zutheilen, dessen sie in Gott
Alles schauend nicht bedürfen. Auch Bonaventura spricht nur
1 Sentt. II, dist. 1, art. 1, qu. 2.
2 Parad. XXVIII, vv. 112. 113; ferner XXIX, vv. 64—66.
3 Sentt. II, dist. 4, art. 1, qu. 2.
4 Sentt. II, dist. 5, art. 3, qu. 1.
5 Sentt. II, dist. 9, qu. 1.
6 Sentt. II, dist. 9, qu. 2.
7 Parad. XXIX, vv. 70-81.