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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

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Werner.

wesen  aber,  in  welchen  das  Stoffliche  das  Uebergewicht  über
die  von  ihm  abtrennbare  Form  behauptet,  einen  niederen  unvollkommenen ­
  Grad  von  Concretion  darstellen,  einen  noch
minder  vollkommenen  die  sogenannten  Elementarkörper,  welche
die  Unterlage  und  den  Stoff  für  die  mannigfaltigen  Gestaltungen
der  epitelhmschen  Gebilde  und  Existenzen  darbieten.  Freilich
müsste  behufs  vollkommener  Durchbildung  des  Begriffes  der
Concretheit  bis  zum  Gedanken  der  absoluten  Concretheit,  die  in
der  Substanz  der  göttlichen  Wesenheit  gegeben  ist,  vorgeschritten ­
  werden,  was  aber  überhaupt  nicht  im  Sinne  der  speculativen
  Scholastik  lag,  und  zu  einer  vollständigen  Umbildung
ihres  Denkstandpunktes  hätte  führen  müssen,  wie  eine  solche
im  speculativen  Theismus  der  neuzeitlichen  Philosophie  vorliegt.
Die  speculative  Scholastik  hielt  sich  ihrerseits  nur  an  das  Moment ­
  der  Universalität  in  der  göttlichen  Wesenheit,  welches
sich  in  der  vom  mathematischen  Denken  beeinflussten  Cartesischen
  Weise  zu  philosophiren  in  jenes  der  Unendlichkeit
umsetzte.  Bei  Malebranche  führt  dies  zu  dem  Satze,  dass  wir
Gott  nicht  mittelst  einer  Idee  denken,  weil  es  überhaupt  keine
Repräsentation  des  Unendlichen  geben  kann;  Gott  ist  unmittelbar ­
  durch  sich  selber  intelligibel,  die  Seele  erkennt  ihn  unmittelbar ­
  durch  ihn  selber,  was  wol  auch  so  viel  heissen  könnte,
dass  in  dem  Gedanken  des  Unendlichen,  den  die  Seele  hat,
Gott  sich  selber  denkt,  bei  Malebranche  aber  nur  dies  besagen
will,  dass  Gott  der  natürliche  Ort  der  Seele  ist,  daher  sie
auch  in  ihm  die  ewige  unwandelbare  Wahrheit  schaut.  Unter
den  ewigen  Wahrheiten  versteht  Malebranche  die  Beziehungen
zwischen  den  im  Geistdenken  appercipirten  unendlichen  Vollkommenheiten, ­
  welche  letztere  das  Richtmass  für  die  Erkenntniss
und  richtige  Schätzung  alles  Creatürlichen,  sowie  die  Beziehungen
unter  ihnen  die  unwandelbare  Regel  für  die  creatürliche  Ordnung ­
  abgeben.  Dies  ist  nun  kaum  etwas  Anderes,  als  was  wir
oben  bei  Bonaventura  fanden,  mit  dem  einzigen  Unterschiede,
dass  das  von  Bonaventura  Gesagte  in  die  Terminologie  der
mittelalterlichen  Scholastik  eingekleidet,  und  auch  mit  den  Anschauungen ­
  derselben  verwoben  ist,  während  diese  für  Malebranche ­
  ein  abgethaner  Standpunkt  sind.  Die  allgemeine  Bedeutung ­
  der  Malebranche’schen  Ideologie  und  Metaphysik  ist,
dass  sie  das  im  Gegensätze  zum  scholastischen  Verstandes-
            
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