Die Psychologie und Erkenntnisslehre des Johannes Bonaventura.
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Wirkungsprincipien, als Macker der Sinnendinge gewürdiget,
wie aus seiner Zurückführung des Wesensgedankens der Sinnendinge
auf lauter Numeros erhellt. Malebranche steht als Cartesianer
durchgehends auf dem Boden der mechanistisch-mathematischen
Welterklärung, und lässt alles kosmische Geschehen
durch unmittelbar von Gott ausgehende Bewegungen bewirkt
werden; es gibt sonach gar keine immanenten Erklärungsprincipien
des kosmischen Geschehens, dieselben müssen unmittelbar
in Gott selbst gesucht werden, demnach auch die
Gedanken der Dinge in Gott geschaut werden. Die Nöthigung,
die Seele die Gedanken der Dinge in Gott schauen zu lassen,
entspringt für Malebranche unmittelbar schon aus seiner Auffassung
der kosmischen Location der Seele, die nur zu Gott
in einem unmittelbaren Verhältniss, zur Körperwelt aber nur
in einem durch Gott vermittelten Verhältniss steht; die Welt
der Körper ist ihr an sich völlig fremd, die sinnliche Wahrnehmung
bekundet ihr nur das Dasein derselben, die in ihnen
ausgedrückten Gedanken aber schaut sie in Gott, der für sie
als denkhafte Natur ihr natürlicher Ort ist. Unter dem geistigen
Gedanken des Dinges versteht Malebranche das Unveränderliche
und Allgemeine, was im Dinge ausgedrückt ist, und
unterscheidet davon das Sinnliche, Particuläre und Zufällige,
dessen Wahrnehmung unserer Empfindung angehört. Dieses
Auseinanderreissen zweier Seiten des Sinnendinges bekundet
durch sich selbst, dass für Malebranche der Gedanke des Concreten,
der eben in der sachlichen Unlöslichkeit und Coalescenz
jener beiden Seiten besteht, keine Geltung hat; der Gedanke
des Concreten hebt sich bei Preisgebung des Gedankens plastischer
Formprincipien von selbst auf. Auf dem von Bonaventura
eingenommenen Standpunkte lässt sich der Begriff der
Concretheit immerhin noch festhalten, ja in der von ihm vertretenen
Fassung der Lehre von Materie und Form sind die
Unterlagen zu einer philosophischen Durchbildung des Begriffes
des Concreten, soweit dieser überhaupt auf scholastischem
Standpunkte darstellbar ist, in allen seinen Abstufungen
enthalten, indem das unlösliche Verhältniss von Stoff und Form
m den Menschenseelen und Engeln die vollkommene Concretion
von Stoff und Form, also die vollkommen realisirte Concretheit,
die trennbaren Concretiouen der rein sinnlichen Einzel-