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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Die  Psychologie  und  Erkenntnisslehre  des  Johannes  Bonaventura.

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Wirkungsprincipien,  als  Macker  der  Sinnendinge  gewürdiget,
wie  aus  seiner  Zurückführung  des  Wesensgedankens  der  Sinnendinge ­
  auf  lauter  Numeros  erhellt.  Malebranche  steht  als  Cartesianer
  durchgehends  auf  dem  Boden  der  mechanistisch-mathematischen ­
  Welterklärung,  und  lässt  alles  kosmische  Geschehen
durch  unmittelbar  von  Gott  ausgehende  Bewegungen  bewirkt
werden;  es  gibt  sonach  gar  keine  immanenten  Erklärungsprincipien
  des  kosmischen  Geschehens,  dieselben  müssen  unmittelbar ­
  in  Gott  selbst  gesucht  werden,  demnach  auch  die
Gedanken  der  Dinge  in  Gott  geschaut  werden.  Die  Nöthigung,
die  Seele  die  Gedanken  der  Dinge  in  Gott  schauen  zu  lassen,
entspringt  für  Malebranche  unmittelbar  schon  aus  seiner  Auffassung ­
  der  kosmischen  Location  der  Seele,  die  nur  zu  Gott
in  einem  unmittelbaren  Verhältniss,  zur  Körperwelt  aber  nur
in  einem  durch  Gott  vermittelten  Verhältniss  steht;  die  Welt
der  Körper  ist  ihr  an  sich  völlig  fremd,  die  sinnliche  Wahrnehmung ­
  bekundet  ihr  nur  das  Dasein  derselben,  die  in  ihnen
ausgedrückten  Gedanken  aber  schaut  sie  in  Gott,  der  für  sie
als  denkhafte  Natur  ihr  natürlicher  Ort  ist.  Unter  dem  geistigen ­
  Gedanken  des  Dinges  versteht  Malebranche  das  Unveränderliche ­
  und  Allgemeine,  was  im  Dinge  ausgedrückt  ist,  und
unterscheidet  davon  das  Sinnliche,  Particuläre  und  Zufällige,
dessen  Wahrnehmung  unserer  Empfindung  angehört.  Dieses
Auseinanderreissen  zweier  Seiten  des  Sinnendinges  bekundet
durch  sich  selbst,  dass  für  Malebranche  der  Gedanke  des  Concreten,
  der  eben  in  der  sachlichen  Unlöslichkeit  und  Coalescenz
jener  beiden  Seiten  besteht,  keine  Geltung  hat;  der  Gedanke
des  Concreten  hebt  sich  bei  Preisgebung  des  Gedankens  plastischer ­
  Formprincipien  von  selbst  auf.  Auf  dem  von  Bonaventura ­
  eingenommenen  Standpunkte  lässt  sich  der  Begriff  der
Concretheit  immerhin  noch  festhalten,  ja  in  der  von  ihm  vertretenen ­
  Fassung  der  Lehre  von  Materie  und  Form  sind  die
Unterlagen  zu  einer  philosophischen  Durchbildung  des  Begriffes ­
  des  Concreten,  soweit  dieser  überhaupt  auf  scholastischem ­
  Standpunkte  darstellbar  ist,  in  allen  seinen  Abstufungen
enthalten,  indem  das  unlösliche  Verhältniss  von  Stoff  und  Form
m  den  Menschenseelen  und  Engeln  die  vollkommene  Concretion
von  Stoff  und  Form,  also  die  vollkommen  realisirte  Concretheit,
  die  trennbaren  Concretiouen  der  rein  sinnlichen  Einzel-
            
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