Die Psychologie und Erkenntnisslehre des Johannes Bonaventura.
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Einen Wahrheit, die Gott selbst ist, zu den vielen und mannigfaltigen
Dingen aus. Damit will im Gegensätze zu einem
älteren metaphysisch dichtenden Platonismus, der die Urbilder
der Dinge als subsistente Realitäten nahm, die absolute Einheit
des göttlichen Wesens gewahrt werden; zugleich aber
wird damit Gott als das absolute Maass der in ihrer unermesslichen
Mannigfaltigkeit und Vielheit schlechthin durch ihre Beziehung
auf ihn bestimmten Dinge hingestellt. Die eigenthümlichen
Wesensbeschaffenheiten der mannigfaltigen Arten und
Classen der Dinge erscheinen bei dieser Auffassungsweise der
Ideen in Gott als etwas ziemlich Indifferentes; es handelt sich
da ausschliesslich nur um Festhaltung dessen, dass die Dinge
in ihrem Sein und Wesen durch ihr Verhältniss zur absoluten
göttlichen Wesenheit bestimmt sind, nicht aber um das Was
der ihnen durch jenes Verhältniss ertheilten Bestimmtheit. Wir
sehen uns hiemit auf einen abstract metaphysischen Standpunkt
versetzt, der es zu einer Deduction des concreten Inhaltes der
göttlichen Weltidee aus der lebendig erfassten Idee des göttlichen
Wesens nicht kommen lässt. Er hatte eine relative Berechtigung
gegenüber der Meinung, dass für jede der besonderen
Arten, Gattungen und Existenzformen der sinnlichen
Einzelwesen, in deren Gesammtheit sich doch nur der Gedanke
der Einen Naturwirklichkeit explicirt, eine besondere Idee zu
setzen wäre, während in denselben nur die besonderen Momente
der sich real explicirenden Idee zur Erscheinung und
zum Ausdrucke gelangen; ein metaphysisches Denken aber,
welches bei dieser Negation stehen bleibt, ohne sich vermögend
zu fühlen, der verfehlten, ungeistigen Auffassung der Ideenmehrheit
in Gott die geistige, organisch-lebendige zu substituiren,
erweist sich in speculativer Beziehung unfruchtbar und
unvermögend zur Erzeugung eines philosophischen Weltbegriffes.
Die speculative Scholastik ist auf dem Höhenpunkte ihrer Entwickelung
nicht darüber hinausgekommen, in dem Weltganzen
em nach den mannigfaltigsten Arten und Graden der Darstellbarkeit
des Endlichen diversificirtes Ganzes zu sehen; auch in
dieser Auffassung der Weltidee beharrt das Denken noch in
einer von den grundhaften Gegensätzen des kosmischen Seins
und deren realer Vermittelung im Menschen abstrahirenden Allgemeinheit,
auf deren Standpunkte auch die dem christlichen