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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Die  Psychologie  und  Erkenntnisslehre  des  Johannes  Bonaventura.

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Einen  Wahrheit,  die  Gott  selbst  ist,  zu  den  vielen  und  mannigfaltigen ­
  Dingen  aus.  Damit  will  im  Gegensätze  zu  einem
älteren  metaphysisch  dichtenden  Platonismus,  der  die  Urbilder
der  Dinge  als  subsistente  Realitäten  nahm,  die  absolute  Einheit ­
  des  göttlichen  Wesens  gewahrt  werden;  zugleich  aber
wird  damit  Gott  als  das  absolute  Maass  der  in  ihrer  unermesslichen ­
  Mannigfaltigkeit  und  Vielheit  schlechthin  durch  ihre  Beziehung ­
  auf  ihn  bestimmten  Dinge  hingestellt.  Die  eigenthümlichen
  Wesensbeschaffenheiten  der  mannigfaltigen  Arten  und
Classen  der  Dinge  erscheinen  bei  dieser  Auffassungsweise  der
Ideen  in  Gott  als  etwas  ziemlich  Indifferentes;  es  handelt  sich
da  ausschliesslich  nur  um  Festhaltung  dessen,  dass  die  Dinge
in  ihrem  Sein  und  Wesen  durch  ihr  Verhältniss  zur  absoluten
göttlichen  Wesenheit  bestimmt  sind,  nicht  aber  um  das  Was
der  ihnen  durch  jenes  Verhältniss  ertheilten  Bestimmtheit.  Wir
sehen  uns  hiemit  auf  einen  abstract  metaphysischen  Standpunkt
versetzt,  der  es  zu  einer  Deduction  des  concreten  Inhaltes  der
göttlichen  Weltidee  aus  der  lebendig  erfassten  Idee  des  göttlichen ­
  Wesens  nicht  kommen  lässt.  Er  hatte  eine  relative  Berechtigung ­
  gegenüber  der  Meinung,  dass  für  jede  der  besonderen ­
  Arten,  Gattungen  und  Existenzformen  der  sinnlichen
Einzelwesen,  in  deren  Gesammtheit  sich  doch  nur  der  Gedanke
der  Einen  Naturwirklichkeit  explicirt,  eine  besondere  Idee  zu
setzen  wäre,  während  in  denselben  nur  die  besonderen  Momente ­
  der  sich  real  explicirenden  Idee  zur  Erscheinung  und
zum  Ausdrucke  gelangen;  ein  metaphysisches  Denken  aber,
welches  bei  dieser  Negation  stehen  bleibt,  ohne  sich  vermögend
zu  fühlen,  der  verfehlten,  ungeistigen  Auffassung  der  Ideenmehrheit ­
  in  Gott  die  geistige,  organisch-lebendige  zu  substituiren,
  erweist  sich  in  speculativer  Beziehung  unfruchtbar  und
unvermögend  zur  Erzeugung  eines  philosophischen  Weltbegriffes.
Die  speculative  Scholastik  ist  auf  dem  Höhenpunkte  ihrer  Entwickelung ­
  nicht  darüber  hinausgekommen,  in  dem  Weltganzen
em  nach  den  mannigfaltigsten  Arten  und  Graden  der  Darstellbarkeit
  des  Endlichen  diversificirtes  Ganzes  zu  sehen;  auch  in
dieser  Auffassung  der  Weltidee  beharrt  das  Denken  noch  in
einer  von  den  grundhaften  Gegensätzen  des  kosmischen  Seins
und  deren  realer  Vermittelung  im  Menschen  abstrahirenden  Allgemeinheit, ­
  auf  deren  Standpunkte  auch  die  dem  christlichen
            
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