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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

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Werner.

führung  des  meditativen  Inhaltes  der  sechs  Betrachtungsstufen
irnterscheidet  sich  von  jener  Richards  dadurch,  dass  sie  auf
jeder  derselben  unmittelbar  die  Erkenntniss  Gottes  zu  ihrem
Gegenstände  hat;  Erkenntniss  Gottes  aus  der  sichtbaren  Natur,
aus  der  gottesbildlichen  Menschenseele,  Erkenntniss  Gottes  in
seinem  eigenen  Sein  und  Wesen  —  dies  sind  die  drei  auf
einander  folgenden  Hauptstufen  der  Gotteserkenntniss,  deren
jede,  wie  schon  bemerkt,  sich  in  zwei  besondere  Stufen  gliedert. ­
  Auf  der  ersten  Hauptstufe  ist  die  sichtbare  Welt,  auf
der  zweiten  die  gottesbildliche  Menschenseele  das  Medium  der
Gotteserkenntniss,  auf  der  dritten  wird  der  Gottesgedanke  als
solcher  zum  Gegenstände  der  Meditation.  Auf  der  ersten  Hauptstufe ­
  der  Betrachtung  langt  das  menschliche  Denken  zuhöchst
bei  der  göttlichen  Ideenwelt  an,  auf  der  zweiten  zuhöchst  bei
der  im  Elemente  des  Göttlichen  lebenden  und  webenden  himmlischen ­
  Geistkirche,  auf  der  dritten  Hauptstufe  versenken  sich
Sinn  und  Gedanke  unmittelbar  in’s  Göttliche  selber.  Mit  Sinn
und  Gedanke  Gott  suchen,  kann  man  als  die  specifische  Signatur ­
  dieser  Betrachtungen  bezeichnen.  In  der  sichtbaren  Wirklichkeit ­
  haben  Sinn  und  Gedanke  die  Spuren  Gottes  zu  erspüren, ­
  und  aus  ihnen  Gott  selbst  zu  erkennen.  Damit  ergeben
sich  die  zwei  Unterglieder  der  ersten  Hauptbetrachtung,  oder
die  zwei  ersten  aus  den  sechs  Stufen.  Auf  der  untersten  Anfangsstufe ­
  bleiben  nach  Bonaventura  Sinn  und  Gedanke  noch
bei  der  äusseren  Wirklichkeit  stehen,  auf  der  zweiten  Stufe
wird  die  äussere  Wirklichkeit  in’s  Seeleninnere  hineingenommen. ­
  Die  äussere  Wirklichkeit  als  solche  unterliegt  der  dreifachen
Beurtheilung  der  inquisitiven  Untersuchung,  der  gläubigen  Betrachtung ­
  und  der  intellectuellen  Contemplation,  und  wird  unter
jeder  dieser  drei  Auffassungsweisen  zu  einem  Spiegel  der  Macht,

Seraphim  alati  instar  crucifixi.  In  cujus  eonsideratione  statim  visum  est
mihi,  quod  visio  illa  praetenderet  ipsius  patris  nostri  suspensionem  in
contemplando,  et  viam,  qua  pervenitur  ad  eam.  Nam  per  senas  alas  illas
recte  intelligi  possunt  sex  illuminationum  suspensiones,  quibus  anima
quasi  quibusdam  gradibus  disponitur,  ut  transeat  ad  pacem  per  ecstaticos
excessus  sapientiae  christianae'  ....  Effigies  igitur  sex  alarum  seraphicarum
  insinuat  sex  illuminationes  scalares,  quae  a  creaturis  incipiunt  et
perducunt  usque  ad  deum,  ad  quem  nemo  intrat  recte  nisi  per  Christum,
(Itin.  ment.,  Prooem.),
            
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