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Wern er.
tiblen Himmelskörpern auch incorruptible Geistwesen entsprechen
müssen. Das letztere Argument konnte doch wol nur
als Congruitätsgrund für die Unsterblichkeit der geistigen
Himmelswesen geltend gemacht werden; das erstere wäre nach
seinem richtigen Sinne auf den antiken Dualismus zwischen
Nsu; und 'TXr] als den beiden letzten ewigen Principien des
kosmischen Seins zurückzuführen, und könnte demnach auch
nur für ein in die antike Lebenswelt versenktes Denken Wahrlieit
haben, die aber dann das directeste Gegentheil dessen,
was Bonaventura als christlicher Denker dachte und glaubte,
besagen würde.
Bonaventura geht auf sogenannte scholastische Fragen
nicht weiter ein, als es ihm unumgänglich notlnvendig dünkt.
So kann er denn auch eine Entscheidung über die Frage, wie
das A^erhältniss der Seelenkräfte und Seelenvermögen zum
Wesen oder zur Substanz der Seele zu fassen sei, nicht geradezu
ablehnen, verweilt aber bei dieser Erörterung nicht länger, als
es durch die Umstände nahe gelegt ist, 1 und bemüht sich im
Streite und Gegensätze der Meinungen eine gemässigte Mitte
einzuhalten. Er entscheidet sich dafür, dass die Potenzen der
Seele nicht schlechthin mit dem Wesen der Seele selber zu
identificiren, sondern wie unter einander, so auch vom Wesen
der Seele als deren Instrumente zu unterscheiden seien. 2 Er
verwirft sonach den von den Platonikern des zwölften Jahr-1
Dicendum — heisst es Sentt. II, dist. 24, ps. 1, art. 2, qu. 2 — quod
etsi praedicta quaestio plus contineat curiositatis quam utilitatis, propter
hoc, quod sive una pars teneatur sive altera, nullmn praejudicium uec
fidei nec moribus generatur, verumtamen, quia Sancti et alii qui tractant
de potentiis animae, plurimum loquuntur de potentiarum distinetione, et
quia etiam plurium quaestionum determinatio pendet ex praedicta quaestionis
. determinatione, ideo determinationi isti aliquaatulum diligenter
oportet insistere.
2 Diese Auffassungsweise ist aus Richard von St. Victor entlehnt,
dessen Einfluss auf Bonaventura weiter unten ausführlicher zur Sprache
kommen wird. Cum ratio vel voluntas vel intellectus nominatur — sagt
Richard — aliquando instrumentum, aliquando ejus actio intelligitur. Et
scimus quidem, quia instrumentum quam ejus actio semper prius est, et
sine ipsa esse potest. Habet ergo ab instrumento actio esse, nou instrumentum
ab actione. Unde nec iueonveniens est, per instrumentum matrem,
per actionem autem filium intelligere. Benjamin Minor, c. 17.