l)ie Psychologie und Erkenntnisslehre des Johannes Bonaventura.
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liehe Vaterschaftsverhältniss hat allerdings einen gottesbildlichen
Charakter, aber nur darum und insoweit, als das Naturverlrältniss
zwischen Zeugenden und Gezeugtem in den Bereich
einer höheren Ordnung emporgehoben ist, welcher die Menschenehe
von vorneherein angehört; diese Angehöx’igkeit beweist
aber die Eigenartigkeit des Menschen als eines vom blossen
Sinnenwesen so wie vom reinen Geistwesen specifisch verschiedenen
Dritten, für welchen deshalb auch ein, sein Wesen
vom jenen der reinen Geistwesen und der blossen Naturwesen
unterscheidender Charakter ausgemittelt werden muss, der nicht
in der Gottesbildlichkeit als Gottebenbildlichkeit gelegen sein
kann, sondern vielmehr in der Vereinigung des Gottebenbildlichen
mit etwas davon Differirendem, in Kraft dessen er das
göttliche Thun und Schaffen durch Begründung von Verhältnissen,
deren Eingehen ausser dem Bereiche und Vermögen
reiner Geistwesen liegt, nachbilden kann. Der Mensch ist
eine concret-lebendige Ineinsbildung von Geistigem und Natürlichem,
und als solche der centrale Antityp des göttlichen
Wesens; die specifische Eigenart seines Wesens ist, dass er
in den Bereich des Niedersten hineingestellt, demselben das
Höchste eingeisten und einbilden, und damit im Bereiche des
Kosmos eine Centralsphäre schaffen soll, in welcher durch ihn
und in ihm das Unterste zum Obersten emporgehoben, und
damit die Schöpfung selbst in Gott vollendet werden soll. Die
mittelalterliche Mystik ist eine edelste Blüthe des mittelalterlichen
Geistlebens; sie erfasste aber nicht die Idee des Menschen
als weltmächtigen Wesens, und musste sonach, soweit
sie nicht in pantheisirende Neigungen überschlug, auf die Aufzeigung
und Beschreibung der Wege und Stufen der sittlichen
Vollendung des Menschen in Gott sich beschränken. Sie bildete
hiemit die Kehrseite der mittelalterlichen Scholastik, die den
menschlichen Verstand auf die Erkenntniss der gottgedachten
Ordnung der natürlichen Dinge beschränkt, zum Gedanken
aber einer durchgeistenden Umbildung derselben in Kraft der
dem Menschen immanenten Ideen höchster, absoluter Vollendung
noch nicht erweckt war. Sie hatte ein im Lichte des
christlichen Gottesgedankens gereinigtes natürliches Weltbewusstsein,
aber es fehlte ihr der lebendige Trieb einer
geschichtsphilosophischen Idee vom Menschen, deren Aus-