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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

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Werner.

ist,  während  eine  derartige  specielle  teleologische  Beziehung
der  sichtbaren  Welt  auf  die  reinen  Geister  nicht  besteht.
Dieser  Ausgangspunkt  der  anthropologischen  und  psychologischen ­
  Speculation  Bonaventura’s  wirft  bereits  ein  charakteristisches ­
  Licht  auf  die  kosmische  Gesammtanschauung,  auf
deren  Grunde  jene  steht,  und  enthält  auch  die  letzten  allgemeinen ­
  Erklärungsgründe  der  eigenartigen  Beschaffenheit  der
psychologischen  Mystik,  die  sich  in  Bonaventura’s  Denken  und
innerem  Leben  aus  jenen  allgemeinen  Grundanschauungen  hervorbildete. ­
  Beachten  wir  die  Art  und  Weise,  in  welcher  er  zu
zeigen  sucht,  dass  der  Mensch  den  gottesbildlichen  Charakter
der  rationalen  Creatur  beziehungsweise  ausdrucksvoller  als  der
dem  Menschen  übergeordnete  reine  Geist  darstelle.  Die  von
ihm  angegebenen  Gründe  1  sind  dieselben,  die  auch  bei  Alexander ­
  Iialesius 2  und  Albertus  Magnus 3  sich  finden:  Die
menschliche  Seele  ist  mit  einem  Körper  vereiniget,  dessen
mikrokosmisches  Gebilde  zu  ihr  in  einem  analogen  Verhältniss,
wie  der  Makrokosmos  zu  der  ihn  beherrschenden  und  erfüllenden ­
  ewigen  Gottheit  steht;  der  Mensch  ist  ferner  zufolge  seiner
Zeugungsfähigkeit  schöpferisches  Gattungsprincip,  und  damit
auf  eine  specifische  Weise  Gott  als  schöpferischer  Allursache
ähnlich.  Es  liegt  auf  der  Hand,  dass  hier  in  die  angenommene
Gottesbildlichkeit  des  Menschen  eine  Bestimmung  aufgenommen
ist,  die  sich  auf  etwas  von  der  Rationalität  des  Menschen
Verschiedenes  bezieht,  indem  der  Mensch  nicht  vermöge  seiner
Intellectualität,  sondern  als  animalisches  Wesen  zeugungsfähig
ist;  und  doch  soll  der  Charakter  der  Gottesbildlichkeit  in  der
rationalen  Natur  des  Menschen  begründet  sein.  Es  liegt  also
im  Begriffe  der  menschlichen  Gottesbildlichkeit,  wie  ihn  die
mittelalterliche  Scholastik  durchgängig  fasst,  offenbar  eine  unklare ­
  Fusion  differenter  Bestimmungen  vor,  die  auf  die  Nichtunterscheidung ­
  des  Charakters  der  Ebenbildlichkeit  von  jenem
der  Gegenbihllichkeit  zurückzuführen  ist.  Das  mit  der  Weihe
einer  Stellvertretung  göttlicher  Auctorität  umkleidete  mensch-1

  Siehe  vor.  Amu.
2  Summ.  Pars  II,  qu.  62,  mbr.  4,  art.  2.
3  Summ,  de  creatur.  II,  qu.  81,  art.  2.
            
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