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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

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M  i  k  1  o  s  i  c  h.

durch  livaliv r i>  immer  mehr  in  den  Hintergrund  gedrängt,
und  in  den  lebenden  slavischen  Sprachen  lindet  sich  von  hvali.
nicht  die  geringste  Spur  mehr.  Es  wird  zugleich  dem  Grunde
des  Aussterbens  der  Form  hvali.  uachgeforscht,  und  dieser
darin  gefunden,  dass  hvalivt.  dadurch,  dass  darin  der  Stamm
hvali  unverändert  erhalten  ist  und  von  dem  Suffix  i  ( r i.s)  mit
Leichtigkeit  geschieden  werden  kann,  dem  nach  Klarheit  strebenden ­
  Verstände  mehr  zusagte  als  hvalt,  und  es  ist  dem
Verfasser  nicht  unwahrscheinlich,  dass  dieses  Streben  des  Verstandes ­
  das  Aussterben  auch  anderer  alter  Bildungen  bewirkte,
zu  denen  derselbe  den  Aorist  auf  s  rechnet,  denn  ves'i>  verhält ­
  sich  zu  vedohi)  ungefähr  wie  ltvals  zu  hvalivi.  Das
Streben  nach  Verständlichkeit,  Durchsichtigkeit  der  grammatischen ­
  Formen  führte  zur  Entstehung  der  sogenannten  analytischen ­
  Sprachen,  langues  analyticpies  qui  ont  recours  aux
verbes  auxiliaires  dans  la  conjugaison  u.  s.  w.,  die  dann  wieder
die  Neigung  haben  synthetisch  zu  werden,  wie  wenn  im  Romanischen ­
  der  Infinitiv  und  das  Iiilfsverbum  habere  zur  Bezeichnung ­
  des  Futurum  und  des  Conditionalis  zu  einem  Worte  verschmelzen. ­
  Anders  als  mit  dem  Partie,  praet.  act.  I  verhält
es  sich  mit  dem  Partie,  praes.  act.  gred§,  das  in  den  ältesten ­
  altslovenischen  Quellen  neben  gredy  auftritt,  in  den
späteren  Denkmälern  jedoch  von  diesem  vollends  verdrängt
wird,  obgleich  es  in  den  lebenden  slavischen  Sprachen  allein
herrschend  ist,  die  eine  Form  wie  gredy  gar  nicht  kennen,
e  ist  eine  im  Auslaut  eintretende  Schwächung  des  a,  das
auch  zu  ’i,  herabsinken  kann,  aus  dem  durch  Verstärkung  y
hervorgeht,  grede  und  gre.dy  sind  vielleicht  verschiedenen
Dialekten  des  pannonischen  Slovenisch  zuzuweisen.  Die  einfache ­
  Bildung  des  Aorists,  welcher  der  dritte  Gegenstand  der
Untersuchung  ist,  ist  durch  jene  Aoristform  verdrängt  worden,
in  welcher  an  den  Stamm  ein  eigenes  Aoristsuffix  tritt:  die
auf  dem  Unterschiede  der  stumpfen  und  der  vollen  Personalendungen ­
  beruhende  Differenz  von  Aorist  und  Praesens  scheint
als  zu  gering  befunden  worden  zu  sein.  Dem  s-Aorist,  so  wie
dem  durch  h  ohne  Bindevocal  gebildeten  Aorist  gereichte  der
Umstand  zum  Nachtheil,  dass  beide  Formen  den  Stamm  verändert ­
  enthalten,  sie  mussten  den  den  Stamm  in  unveränderter
Gestalt  bietenden  Aorist  auf  h  mit  Bindevocal  weichen,  vesi  und
            
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