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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Aus  der  Geschichte  des  Hofes  von  Tsin.

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ihn  zu  der  Würde  eines  grossen  Heerführers  und  Beruhigers
der  Hauptstadt  für  alle  Angelegenheiten  des  Kriegsheeres  im
Inneren  und  auswärts.  Man  lieh  ihm  ein  Abschnittsrohr,  fügte
eine  gelbe  Axt  hinzu  und  liess  ihn  alle  Sachen  des  obersten
Buchführers  verzeichnen.  Bei  dem  Eintreten  an  dem  Hofe
brauchte  er  nicht  vorwärts  zu  eilen,  er  stieg  mit  dem  Schwerte
umgürtet  und  in  Schuhen  zu  der  Vorhalle.
Ying  verbeugte  sich,  empfing  die  Fahne,  aber  verzichtete
auf  die  Auszeichnungen  und  die  neun  Geschenke.  Er  erörterte
in  einer  Denkschrift,  dass  man  die  fünf  verdienstvollen  Diener
Lu-tschi,  Ho-yin,  '^k  Tung-hung,  Wang-yen  und  Tschaojang,
  welche  die  Gerechtigkeit  emporbrachten,  zu  Fürsten  und
Lehensfürsten  des  eröffneten  Reiches  ernennen  solle.  Ferner
meldete  er  in  einer  Denkschrift,  dass  der  grosse  Vorsteher  der
Pferde  früher  in  Yang-tl  gewesen  und  mit  den  gewaltigen  Räubern ­
  gerungen  habe.  Als  dieses  lange  gedauert,  seien  die
hundert  Geschlechter  von  Wunden,  Hunger  und  Frost  erschöpft
gewesen,  und  man  solle  sie  schleunigst  retten.  Er  bat,  dass  man
die  Wagen  der  Provinzen  und  Districte  aussende  und  zu  gleicher
Zeit  fünfzehnmal  zehntautend  Scheffel  Reis  aus  den  Einkehrhäusern ­
  und  Thorwarten  des  Nordens  des  Flusses  herumführe,
um  damit  den  hungernden  Menschen  von  Yang-ti  zu  helfen.
Lu-tschi  sprach  zu  Ying:  In  dem  Kampfe  an  der  gelben
Brücke  sind  mehr  als  achttausend  Menschen  gefallen.  Ihre
Gebeine  lagen  durch  die  Zeit  der  Sommerhitze  unverdeckt  in
der  Mitte  der  Wildniss,  es  lässt  sich  bedauern.  Einst  begrub  der
König  von  Tscheu  die  verdorrten  Gebeine.  Desswegen  sagt
das  Gedicht:
Auf  den  Wegen  gibt  es  Todte,
Noch  immer  Jemand  sie  vergräbt.
Um  wie  viel  mehr  ist  es  der  Fall  bei  diesen,  welche  den
Tod  in  der  Sache  des  Königs  erlitten!
Ying  liess  jetzt  achttausend  Särge  zimmern  und  nach  den
Anordnungen  des  Reiches  Tsching-tu  Kleider  verfertigen.  Er
las  die  Gebeine  zusammen,  opferte  ihnen  und  begrub  sie  im
Norden  der  gelben  Brücke.  Er  pflanzte  Zäune  von  Citronenbäumen
  und  bildete  einen  Begräbuissplatz.  Ferner  errichtete  er
eine  'Hauptstadt  und  eine  Opferhalle.  Er  liess  in  Stein  graben
und  setzte  Steintafeln,  auf  denen  er  das  Verdienst  des  Hinzu-
            
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