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Am anderen Tage war Kiung geschlagen. I nahm ihn
gefangen und führte ihn vor die Vorhalle. Der Kaiser empfand
Schmerz und wollte ihm das Leben erhalten. 1 schrie das
Gefolge des Kaisers an und zerrte Kiung hinaus. Kiung blickte
noch zweimal zurück. Hierauf enthauptete man ihn vor dem
Thore Tsch’ang-kö und führte das Haupt bei den sechs Kriegsheeren
umher. Die Genossen und Anhänger wurden sammt
ihren drei Seitengeschlechtern ausgerottet. Man verschloss seine
drei Söhne: Tschao, König von Tschün-ling, fcfc Fing,
König von Lö-ngan, und Ying, König von Thsi-yang, in
der Feste Kin-yung.
Man stellte den Leichnam Kiung’s durch drei Tage in
dem Einkehrhause des westlichen Lichtes zur Schau und Niemand
getraute sich., ihn wegzunehmen, Siün-I, ein
alter Zugesellter Kiung’s, und Andere verfassten eine Denkschrift
und baten, ihn aufbahren und begraben zu dürfen. Es
wurde ihnen bewilligt.
Zur Zeit der Machtfülle Kiung’s geschah es, dass eine
Frau sich zu dem Sammelhause des grossen Vorstehers der Pferde
begab und eine Unterkunft für die Entbindung begehrte. Die
Angestellten gaben ihr einen Verweis. Die Frau sprach: Ich
schneide nur den Nabel 1 ab und gehe dann gleich fort. —
Die Verständigen hörten dieses und hassten es. Um die Zeit
sang man ferner das Lied:
Man trägt die Bauchbinde von Tuch,
Für den Nabel 2 das Kleid man erfasst.
Wider Vermuthen wurde Kiung hingerichtet.
Im Anfänge des Zeitraumes Yung-hing (304 n. Chr.)
erging eine höchste Verkündung, welche besagte: Weil das
Vergehen Kiung’s leicht war, die Strafe schwer, sollen die
früheren grossen Verdienste nicht versperrt sein und nicht
untergehen. Man begnadigt seine drei Söhne Tschao, Ping
und Ying, man lässt sie in ihre Behausungen zurückkehren.
Man verleiht Tschao das Lehen eines Königs des Districtes,
damit er fortsetze das Opfer für Kiung. Man ernennt ihn
1 Durch jßfj* thsi ,Reich Thsi‘ ausgedrückt, und für tlisi ,Nabel“
gesetzt.
2 Auch hier steht ,Reich Thsi“ in der Bedeutung ,Nabel“.