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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Aus  der  Geschichte  des  Hofes  von  Tsin.

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sich  sogleich  erschrocken  und  blickte  darauf.  Es  war  ein
weisses  Papier  und  ein  grünes.  Man  bedrängte  ihn  und  sagte,
der  Kaiser  warte  darauf.  Ferner  brachte  die  kleine  Sklavin
jpC  jjjg  Sching-fö  einen  Pinsel,  einen  Tintenstein,  Tinte  und
gelbes  Papier.  Sie  hioss  ihn  schnell  abschreiben  und  sagte,
er  brauche  nicht  mehr  darauf  zu  blicken.  Er  beachtete  wirklich
nicht,  ob  die  Worte  auf  dem  Papiere  von  Wichtigkeit  seien.
Es  waren  die  Aeltern,  seine  nächsten  Angehörigen,  und  er  hegte
keinen  Argwohn.  Da  die  Sache  so  eingerichtet  worden,  erkannten ­
  alle  denkenden  Menschen  deutlich,  dass  er  in  Wirklichkeit ­
  betrogen  wurde.
Als  der  Nachfolger,  ohne  etwas  verbrochen  zu  haben,
abgesetzt  wurde,  -entstand  darüber  allgemeiner  Unwille.
Sse-ma-ya,  Beaufsichtiger  der  Leibwache  zur  Rechten,  war
ein  ferner  Zugesellter  des  Stammhauses.  Er  so  wie  der  beständig ­
  begleitende  Beaufsichtiger  Hiü-tschao  standen
in  der  Gunst  des  Nachfolgers.  Die  beiden  Männer  empfanden
tiefes  Leid  und  sprachen  zu  ^  Sün-sieu,  dem  berathenden
  Diener  des  Königs  Liin  von  Tschao:  Das  Reich  ist
ohne  rechtmässige  Nachfolge,  die  Landesgötter  werden  in  Gefahr
gerathen,  das  Unglück  der  grossen  Diener  steht  gewiss  auf.
Aber  der  Fürst 1  widmet  seine  Dienste  dem  mittleren  Palaste,
er  ist  mit  der  Kaiserin  von  dem  Gesehlechte  Ku  nahe  verwandt.
Als  der  Nachfolger  abgesetzt  wurde,  sagten  Alle:  Wir  wussten
es  im  voraus.  Wenn  eines  Morgens  die  Sache  losbricht,  erreicht ­
  ihn  gewiss  das  Unglück.  Warum  schafft  er  nicht  früher
dafür  Rath?  —  Sün-sieu  sprach  mit  dem  Könige  von  Tschao.
Dieser  ging  tief  in  die  Sache  ein.
Als  bereits  ein  Entschluss  gefasst  war,  sprach  Sün-sieu
zu  Liin:  Der  Nachfolger  ist  als  Mensch  hartsinnig  und  heftig.
An  dem  Tage,  wo  er  seine  Absicht  erreicht,  handelt  er  gewiss
in  seiner  Leidenschaft  eigenmächtig.  Es  ist  offenbar,  dass  du
der  Kaiserin  von  dem  Gesehlechte  Ku  deine  Dienste  widmest,
in  den  Gesprächen  der  Strassen,  in  den  Berathungen  der  Durchwege ­
  macht  man  aus  dir  einen  Genossen  des  Geschlechtes  Ku.
Jetzt  willst  du  dir  allerdings  grosse  Verdienste  um  den  Nachfolger ­
  erwerben.  Der  Nachfolger  wird  zwar  Geduld  haben,

König  Lün  von  Tschao.
            
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