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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Aub  der  Geschichte  des  Hofes  von  Tsin.

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des  Palastes  |i|  Hiü-tsch’ang  bringen  und  daselbst  einschliessen.
  Man  hiess  den  die  Bücher  in  Ordnung  haltenden
kaiserlichen  Vermerk  er  ^f|J  Lieu-tschin  in  der  Hand  das
Abschnittsrohr  halten  und  ihn  bewachen.
Als  der  Nachfolger  abgesetzt  war,  bat  Wang-yen,  der
Vater  der  Königin,  in  einer  Meldung,  dass  man  die  Ehe  trenne.
Der  Nachfolger  willigte  zuletzt  ein  und  übersandte  der  Königin
ein  Schreiben,  worin  er  sagte:  Bin  ich  auch  thöricht  und  unwissend, ­
  die  Gedanken  in  meinem  Herzen  sind  gut.  Ich  möchte
das  Mass  der  Redlichkeit  und  Aeltornliebe  erschöpfen,  ich  habe
kein  böses,  widersetzliches  Herz.  Obgleich  nicht  von  der
Kaiserin  geboren,  weihe  ich  ihr  meine  Dienste  wie  der  leiblichen ­
  Mutter.  Seit  ich  der  Nachfolger  bin,  trachtete  ich  an
dem  abgeschlossenen  Schranken  zu  erscheinen,  ich  konnte
meine  Mutter  nicht  sehen.  Seit  die  Gebieterin  von
I-tsch’ing 1  gestorben,  erhielt  man  mich  nicht  am  Leben,
kümmerte  sich  nicht  um  mich.  Ich  sass  fortwährend  in  dem
leeren  inneren  Hause.
Im  zwölften  Monate  des  vorhergegangenen  Jahres  war
Tao-wen  -  sehr  krank  und  leidend.  Der  Vater  war  wegen  des
Sohnes  betrübt.  Er  machte  damals  dem  Kaiser  eine  Meldung
und  bat,  eine  Fahne  hinstellen  zu  dürfen.  Er  wurde  nicht
erhört.  Als  die  Krankheit  sich  verschlimmerte,  begehrte  er,
um  Gnade  und  Segen  bitten  zu  dürfen,  da  er  kein  böses
Herz  habe.
Seit  der  Erkrankung  Tao-wcn’s  schickte  die  Kaiserin
dreimal  ihre  Leute,  damit  sie  nachsehen.  Sie  liess  dem  Nachfolger ­
  sagen:  Der  Himmel  (der  Kaiser)  heisst  mich  dich  rufen,
du  sollst  kommen.  —  Am  Abende  des  acht  und  zwanzigsten
Tages  des  Monats  kam  ein  Brief  in  einem  kurzen  Umschläge
mit  der  Aufschrift:  An  den  östlichen  Palast.  Bei  der  Eröffnung
fanden  sich  bloss  die  Worte:  Der  Himmel  befiehlt,  er  will
dich  sehen.
Der  Nachfolger  verfasste  nochmals  eine  Meldung  und
ersuchte  um  den  Eintritt.  Am  neun  und  zwanzigsten  Tage
trat  er  frühzeitig  ein  und  sah  den  Kaiser.  Dieser  schickte  ihn

1  Diesen  Namen  führte  zuletzt  die  Mutter  der  Kaiserin.
2  Tao-wen  ist  der  oben  (S.  551)  erwähnte  älteste  Sohn  des  Nachfolgers.
            
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