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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Pfizmaier.  Aus  der  Geschichte  des  Hofes  von  Tsin.

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Aus  der  Geschichte  des  Hofes  von  Tsin.
Von
Uv.  A.  ‘Pfizmaier,
tvirkl.  Mitglied  der  k.  Akademie  der  Wissenschaften.

JUie  kurz  nach  der  Gründung  des  auch  in  Bezug  auf-  das
unter  ihm  erwachte  geistige  Lehen  vielfach  denkwürdigen  Herrscherhauses ­
  Tsin  eingetretenen  Ereignisse,  schon  in  ihrer  Allgemeinheit ­
  auffallend,  erhalten,  wenn  das  in  der  Geschichte  in
getrennten  Aufzeichnungen  Gebotene  zusammengefasst  und  den
tieferliegenden  Ursachen  nachgeforscht  wird,  eine  erhöhte  Bedeutung. ­
  Wie  bereits  die  Mitwelt  erkannte,  bekundete  sich  in
jener  Zeit  —  es  war  um  die  Jahre  299  bis  306  n.  Chr.  —  eine
Unordnung  im  Inneren,  eine  gegenseitige  Zernichtung  und  Zerfleischung,
  wie  solche,  wenigstens  in  China,  seit  dem  Beginne
der  Geschichte  noch  nicht  vorgekommen.  In  dieser  Hinsicht
fallen  am  meisten  in  die  Augen  und  werden  in  der  Abhandlung
besprochen:  die  Absetzung  und  der  Tod  des  Nachfolgers  Minbai
  Y<”>,  die  Verbrechen  der  Kaiserin  von  dem  Geschlechte  Ku,
der  Thronraub  und  die  unheilvolle  Herrschaft  des  Königs  Lün,
das  Unwesen  des  Königs  Kiung  und  das  Vorgehen  der  Könige
Ying  und  Yü.  Alle  in  die  Geschicke  ihres  Landes  nur  irgend
eingreifenden  Personen  erfuhren  damals  Ein  Schicksal,  dasjenige
der  Hinrichtung,  von  der  weder  Angehörige  des  Kaiserhauses,
noch  Staatsdiener,  Frauen  so  wenig  wie  Männer,  verschont
blieben.
Als  Ursache  des  Unheils  bezeiclmete  man  die  grosse  Zahl
der  Mitglieder  des  Kaiserhauses,  gedachte  jedoch  nicht  zweier
anderer  gewichtigerer  Ursachen:  der  üblichen  Belehnung  mit
Königreichen  und  des  gänzlichen  Mangels  einer  obersten  Gewalt.
Die  Dynastie  trug  gleich  bei  ihrer  Gründung  die  Keime  der
            
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