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G r ü n e r t.
Wir haben natürlich diese Berichte nicht so zu verstehen,
als ob die Imala ,ausschliesslich dialektische Eigenthümlichkeit
der genannten Stämme gewesen 1 ', sondern nur, dass dieselbe
bei diesen Stämmen ,intensiver' oder ,häufiger' als bei anderen
Stämmen bemerkt wurde.
3. Wir können unmöglich annehmen, dass alle diese
Feinheiten der Aussprache, sowohl in Bezug auf die Vocale
als Consonanten, die bei der Kor’än-Lesung in Anwendung
Of.
kamen und die Wissenschaft des oder der Orthoepie
bilden, von den Kor’an-Lesern erfunden und in den Kor’än-Text
hineingetragen wurden, im Gegentheile, dieselben waren
,in der für mustergiltig angesehenen Sprechweise der reinen
Araber zur Zeit Muhammad’s wohl begründet,' nur ist es
zweifellos, dass man diese Feinheiten in Rücksicht auf ,das
prsedestinirte Buch' ausdehnte, und ,dass dann schliesslich,'
wie Nöldeke 1 bemerkt, ,bei einigen Lesern ein äusserst künstliches
System entstand, das noch weiter ging als das indische
Sandln.' 2
Dass die Imala in dieser Zeit schon häufig angewendet
worden, dafür sprechen viele Beweise:
Alle zehn Kor’än-Leser, mit Ausnahme des einzigen Ibn
Katir, beobachten die Imala' 1 in mehr oder weniger ausgedehnter
Weise. 4
Ibn Ja'is, Ref. Nr. 72, S. 644, ZI. 11 v. u. bis 9 v. u. sagt:
1 A. a. 0. S. 292. Anm. ‘).
2 Vgl. auch Fleischer, Beiträge, 1864. S. 278.
*• - „
3 Sujüti. Itkän, S. flAi ZI. 9: bf| JAls JLol JyXi
4 In den späteren, nicht magribinischen Handschriften, wo sich die Lesart des
Hafs durchgängig findet, ist die Imala fast nie beobachtet. Hafs gilt
überhaupt als diejenige Autorität, die das künstliche System auf die
wahre Basis zurückführte. Nöldeke, a. a. O. S. 354.