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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Die  Imäla,  der  Umlaut  im  Arabischen.

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y&O  für  Lct>  geschrieben  sein  müsste;  wir  haben  ihn  vielmehr
aus  einer  besonderen  Aussprache  des  I  zu  erklären,  d.  h.  Worte
IS
wie  tS 3 ’  sprach  man  nicht  mit  reinem  a ?  sondern  mit  Neigung
zum  l  LJ!  ^  kJ  Lop,  also  ae  oder  e.  Diese  Erklärung,  nach
der  auch  manche  Kor'an-Lehrer  lesen,  stützt  sich  nicht  nur
auf  die  Orthographie,  zumal  da  auch  Syrer,  Hebräer  und
Neuperser  e  durch  1  ausdrücken,  1  sondern  auch  auf  die  Etymologie ­
  und  den  Reim,  denn  wenn  man  die  grosse  Zahl  der
auf  !—,  ^5  —  ,  LgjJ~  ausgehenden  Verse  bedenkt,  wird  man
es  nicht  für  Zufall  halten,  dass  nur  bei  ganz  wenigen
(Sur.  18,  12;  65,  7;  99,  5;  20,  125)  und  !  —  aufeinander
reimen  .  .  .  /
Dagegen  führt  Nöldeke  2  einige  Beispiele  aus  kufischen
Handschriften  an,  wo  einzeln  schon  in  alter  Zeit  t—  für  e  '
w  &  a  egebraucht
  wurde,  wie  UL»,  iLc,  Li^i,  Lvit,  LAo^,  (V^Li'l,
und  bemerkt,  dass  dieser  Gebrauch  ,durch  das  Ueberwiegen
einer  anderen  Aussprache  über  die  traditionelle  Regel  zu  erklären ­
  ist,  später  häufig  in  magribinischen  Handschriften  vorkommt ­
  und  sich  auch  in  sNyj  (Cur.  22,  4)  findet/
I11  den  oben  angegebenen  Fällen  bezieht  sich  die  Modification
  in  der  Aussprache  auf  den  3.  Radical.  Nöldeke  3  citirt
auch  die  Schreibung  ^aE  (teb)  für  ,die  ‘Asim  Aljahdari
in  'Otman’s  Handschrift  gefunden  haben  will*  und  hält  sie  für,
aus  einer  anderen  Aussprache  als  der  echt  cjor’änischen  entstanden; ­
  ebenso  ,soll 4  Alkisäi  gesagt  haben,  er  habe  in  Ubai’s
Handschrift  Lo»  für  JLL^JJ,  *  L»  gefunden.  Auch  im
Cod.  Goth.  lb,  Nr.  17  findet  sich  kA=»j/o  statt  sUyo  (Sur.  12,88)/
Der  Grad,  mit  welchem  man  in  der  Aussprache  diesen
reinen  a-Laut  zum  i-Laute  neigte,  ist  vorher  noch  unbestimmt,

1  ,Das  von  Rödiger,  Zeitsohr.  d.  DM6.  (XIV,  485  ff.)  beschriebene  Qoräu-Eragment
  in  hebr.  Schrift  drückt  sogar  die  Imäla  in  zweimal
geradezu  durch  aus.  Nöldeke,  a.  a.  0.  Verbesserungen  und  Zusätze:
Zu  S.  253.
2  A.  a.  O.  S.  255.
3  A.  a.  0.  S.  255.
4  Ebendaselbst,  Anm.  •).
            
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