444 Bacher. Abraham Ihn Esra’s Einleitung zu seinem Pentateuch-Commentar.
genügte es, in dem Programme, welches er in der Einleitung
zu seinem Pentateuch-Commentar aufstellte, an allen bis zu
ihm aufgetretenen exegetischen Richtungen Kritik zu üben
und seine eigene Richtung von jenen scharf abzugrenzen. Wir
haben ihn im vorliegenden Versuche auf seinem kritischen
Gange begleitet. Denselben fortzusetzen und Ibn Esra’s Methode
eingehenderer Prüfung zu unterziehen, wäre Sache einer
besonderen Arbeit, die Ibn Esra’s Exegese nicht nur in ihrem
Gegensätze zu anderen Methoden, sondern auch nach ihren
wesentlichen Merkmalen, ihren Resultaten, aber auch nach
ihrer — von der Einleitung unberührt gelassenen —• in den
grammatisch-exegetischen Vorarbeiten der arabisch-spanischen
Schule ruhenden Unterlage zu untersuchen hätte. In ihrer
Werthschätzung aber dürfte natürlich nicht der Massstab an
sie gelegt werden, welchen die in vieler Hinsicht über Ibn
Esra hinausgegangene Exegese unserer Zeit geschaffen hat,
sondern der aus den geschichtlichen Verhältnissen, unter denen
seine Exegese entstand, sich ergebende. Soviel ist gewiss, auch
die genaueste Untersuchung wird den Ruhm Ibn Esra’s nicht
schmälern können, einer der begabtesten und auch glücklichsten
Arbeiter gewesen zu sein auf dem vieldurchwühlten und
immer neue Arbeit erheischenden Gebiete der Bibelexegese.