Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Abraham  Ihn  Esra’s  Einleitung  zu  seinem  Pontateucli-Commentar.

443

Ionische  —  Onkelos  —  berücksichtigt  wird. 1  Im  Ganzen  habe
der  aramäische  Vertent  die  Wahrheit  geboten  und  manches
ohne  ihn  verborgen  Gebliebene  enthüllt;  und  auch  da,  wo  er
dem  Derasch  huldigt/  habe  er  sicherlich  auch  vom  Wortsinne
Kunde  gehabt. 2  Daran  anknüpfend  nimmt  Ihn  Esra  Gelegenheit, ­
  noch  einmal  seinen  Standpunkt  dem  Derasch  gegenüber,
aber  auch  gegenüber  den  Leugnern  der  Tradition,  den  Karäern,
kurz  zu  kennzeichnen.  Mit  dieser  wiederholten  Hervorhebung
derjenigen  exegetischen  Richtungen,  deren  Kritik  den  grössten
Theil  der  Einleitung  füllt,  schliesst  Ihn  Esra  die  ganze  Einleitung ­
  ab.
Sehen  wir  nun  noch,  wie  Ihn  Esra  seine  eigene  exegetische ­
  Art  mit  positiven  Merkmalen  beschreibt:  ,Der  Weg,  den
ich  für  meine  Erklärung  gewählt  habe,  ist  derjenige,  welchen
ich  vor  Gott  als  den  richtigen  erkannte.  Gott  allein  fürchte
ich,  sonst  will  ich  in  der  Auslegung  der  Thora  kein  Ansehen
achten. 3  Die  grammatische  Form  jedes  Wortes  werde  ich  mit
ernstem  Bemühen  wohl  erforschen  und  es  dann  nach  bestem
Wissen  erklären.  Dabei  werde  ich  das  Wort  stets  da  erklären,
wo  es  zum  ersten  Male  vorkommt;  z.  B.  das  Wort  B’ö©  im
ersten  Verse  und  so  den  ganzen  Sprachschatz/  Das  sind  gewiss ­
  sehr  dürftige  Sätze  zur  Charakterisirung  eines  Werkes,
wie  es  der  Commentar  Ibn  Esra’s  ist.  Aber  es  liegt  in  der
Natur  der  Sache,  dass  der  Verfasser  dieses  Werkes  nicht  zugleich ­
  der  Darsteller  seiner  Vorzüge  sein  konnte.  Ferner  war
Ibn  Esra  nicht  der  Mann,  der  die  Methode  seiner  Auslegung
in  systematischer  und  wohlgeordneter  Zusammenstellung  seiner
Principien  zu  beschreiben  vermochte  oder  die  Lust  hatte.  Ihm
*  Ibn  Esra  citirt  Onkelos  (B3nf1ön  ajnnan)  über  dreissig  Mal,  meist
um  ihm  beizupflichten.  Fraglich  ist,  warum  er  zu  Exodus  4,  22  (zweite
Recension)  bemerkt  ©mn  “|T13  (nt:  ’»)  Btnnn  “pHl.  Zu  Levitic.us
25,  55  citirt  Ibn  Esra  das  'öb©in'  Bljnn,  zu  Jesaia  19,  25  und  66,  11
das  Prophetentargum.
2  In  mro  ns©  llb  spricht  sich  Ibn  Esra  über  das  Targum  fast  wörtlich
so  aus,  wie  hier  in  der  Einleitung.  In  Jesod  Mora  sagt  er  kürzer:
u©s  -pn  by  ibt  wx©  '&  by  tjx  b'jna  atnnn  dj  (c.  i.).
3  Die  Unerschrockenheit  Ibn  Esra’s  hebt  auch  der  unbekannte  Verfasser
des  (unechten)  Briefes  von  Maimüni  an  seinen  Sohn  hervor:  DtHH  'B
nnt  ai©b  ans  x©t  nn  xbi  anx  bi©ö  nn&a  n\n  xb  natn  ntn.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.