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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

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B  ach  er.

iliren.  falschen  Nimbus  benehmen  sollte.  Auf  die  in  der  Moses-Chronik
  erzählte  Sage  von  der  äthiopischen  Königin,  die  Mose
geheirathet  haben  soll,  anspielend,  sagt  er  zu  Exodus  2,  22:
,Ioh  will  dir  einen  Grundsatz  sagen.  Jedes  Buch,  welches  nicht
von  den  Propheten  oder  Weisen  nach  Ueberlieferung  geschrieben ­
  ist,  kann  kein  Vertrauen  beanspruchen;  wie  erst  wenn  es
der  richtigen  Denkart  widersprechende  Dinge  enthält.  Solche
Bücher  sind  das  Buch  Zerübabel, 1  das  Buch  Eldad  Haddäni
und  ähnliche/ 2  Ebenso  sagt  er  Exodus  1,  7  (zweite  Recension),
was  in  der  Moses-Chronik  steht,  sei  nichtig,  weder  in  der
Schrift,  noch  in  der  Ueberlieferung  begründet.
Zum  Schlüsse  darf  nicht  unerwähnt  bleiben,  dass  Ihn
Esra  auch  auf  Schönheiten  der  Agada  aufmerksam  zu  machen
pflegt.  Zu  Numeri  12,  1  sagt  er:  ,Wie  schön  sind  die  Worte
unserer  Alten,  welche  von  den  Weisen,  Aeltesten  sagen:  Heil
ihnen,  aber  wehe  ihren  Frauen!'  —  Zu  Deuter.  15,  8:  Der
Infinitiv  mna  vor  dem  Verbum  finitum  sei  die  gewöhnliche
Redeweise;  ,aber  auch  die  Art,  wie  der  Midrasch  ihn  deutet,
1  Dennoch  berücksichtigt  Ihn  Esi'a  einmal  auf  eigenthümliche  Weise  eine
Behauptung  dieses  in  der  Mitte  des  11.  Jahrhunderts  geschriebenen
Buches.  In  demselben  heisst  es  nämlich,  der  kommende  Messias  führe
den  Namen  Menaehem  ben  Ammiel  (s.  Grätz,  Geschichte,  Bd.  VI,  S.  66).
Ibn  Esra  sagt  nun  zu  Zecharia  3,  8,  nachdem  er  selbst  PIÖX  als  Bezeichnung ­
  für  Zerübabel  erklärt  und  dann  erwähnt  hat,  dass  es  viele
Erklärer  auf  den  Messias  deuten:  X’-lBÜHd  ttÖ3£  '3  ltH"T  “pl  TTOU  ’3X  Ö3
(=  138)  bx'ay  p  xim  arm  Jedenfalls  meint  Ibn  Esra  diesen  Derasch
nicht  ernst,  sondern  gibt  ihn  in  derselben  delusorisehen  Art,  wie  in  der
Einleitung  die  verschiedenen  Deutungen  zu  Genesis  1,  1—2,  oder  wie
zu  Exodus  22,  16  (zweite  Recension)  die  vorgeschlagene  Deutung  von
inöD  =  ,Ü03,  wieviel?  '1,  200‘,  die  zweihundert  Züz  des  Ehepaktes,
und  wie  zu  Koheleth  5,  1  einen  satirischen  VerbesserungsVorschlag  zu
Kaliri’s  Pijut.  David  Kimclii  citirt  die  Deutung  von  nö3£  =  DH3Ö  als
ernst  und  ohne  Quellenangabe:  '3Ö1  1SB  ÖH3Ö  ITBSn  ’3  13  WTI  ”11X31
I-1Ö33  X’IBÖHS.
2  Ein  Constantinopler  Sammelbaud  in  der  Bodlejana,  bei  Steinschneider
Catalog  Nr.  3442,  enthält  neben  H!»Ü  bl£?  D’ÖTl  ’33T  auch  Bin  "H^X.
ausserdem  noch  unter  andern  Buch  Tobija,  fltMJ  rn'BÖ  und  jV"flX  m’ISS,
—  Das  Buch  Josippou  hält  Ibn  Esra  für  zuverlässig.  Er  citirt  es  unter
dem  Namen  JTH13  J3  3533,  zu  Jesaia  2,  1  und  Chaggai  2,  9  behufs
historischer  Angaben  aus  der  Zeit  des  zweiten  Tempels,  zu  |  120,  5  zur
Erklärung  des  Volknamens  pBD,  zu  4  49,  5  zur  Erklärung  von  HX  (das
Licht  der  künftigen  Welt).
            
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