Abriiliam Ibn Esra’s Einleitung zu seinem Pentateuch-Comraentar
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dienen dazu, um matte Herzen bei tiefer liegenden Gegenständen
zu beruhigen; 1
4. mancher Derasch ist auf bekannte Meinungen gegründet
; 2
5. andere agadische Aussprüche sind wie ein nicht zur
Norm gewordener Lehrsatz; 3
6. mancher agadische Satz hat den Zweck, unmündige
Menschen auf das Richtige hinzuführen und Solchen, die, gewissen
Vögeln gleich, das helle Tageslicht nicht vertragen
können, die Wahrheit durch dunkle Schriftdeutungen zu zeigen.
Zum Beispiel der Derasch, dass die Welt mit dem Buchstaben
Beth erschaffen sei, weil derselbe Segen bedeute, indem na*c
mit Beth anfängt. Ibn Esra führt dies ad absurdum, indem er
eine Reihe von ebenfalls mit Beth anfangenden Wörtern aufzählt,
die jedoch nur Schlimmes und Unheilvolles ausdrücken.
Daran ankniipfend meint er,
7. auch der minder Verständige könne solche agadische
Deutungen aus sich selbst produciren, freilich der mit Geist
Begabte noch leichter. Daraus ist ersichtlich, dass in diesen
Deutungen überhaupt nichts Festes, Verlässliches und für die
wirkliche Schrifterklärung Massgebendes zu suchen ist. Sie
1 D’piay ap-ian nixbi map irnnb.
2 So erklärt Ibn Esra die agadische Meinung, es gebe sieben Erden, damit
seien die sieben Klimate der bewohnten Erde gemeint. (Zu Gen 1, 1.)
3 Nach Motot sind damit die blos als Meinungen Einzelner angeführten
Sätze zu verstehen. So sagt Ibn Esra auch zu Exodus 10, 17 (zweite
Recenaion): xbi an» -jab: KP TiT na! am anai nahm 1JKSÖ BK B.1
BtTTiaj. Als mm mal verwirft er ib. zu ‘21, 19 die Ansicht des R. Jisniael
(Berachöt 00 a, Baba Kainmä 84 a), ans Köm Kai wäre erwiesen,
dass die Thora gestattet, ärztlichen Rath in Anspruch zn nehmen. ,Denn
meiner Ansicht nach ist das Richtige, sieh auf seinen Schöpfer und nicht
auf menschliche Einsicht zu verlassen, sowohl in astrologischen wie in
medizinischen Fragen. Die Schrift sagt ja: Ich, der Ewige, bin dein
Arzt. Da ist es also unnöthig, ihm einen andern Arzt beizugesellen.
Diese für Ibn Esra so sonderbare Ansicht, welche er mit noch anderen
Bibelstellen belegt, hat er in der ersten Recension des Exödus-Commentars
deutlicher so ausgedrückt, dass man blos für äusserliche Schäden
chirurgische Hilfe beanspruchen dürfe, bei inneren von Gott gesendeten
Krankheiten aber Gott walten lassen müsse. Dort deutet er in diesem
Sinne auch den Satz R. Ismaels, während er ihn in der zweiten Receusion
in seinem vollen Umfange auffasst, aber verwirft.
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