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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Abraham  Ibn  Eara’s  Einleitung  zu  seinem  Pentati'uch-Commentar.

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Aeusserung  Ihn  Esra’s  in  der  Einleitung  zu  Safä  berüra 1  als
übertrieben  abzuweisen  ist.  Auch  äusserlicb  zeigt  sich  bei
Raschi  sein  Ursprung  aus  der  Schule  der  Darschänim,  indem ­
  er  oft  agadische  Deutungen  um  ihrer  selbst  willen  neben
einander  vorführt.
So  hatte  denn  Ibn  Esra  das  Recht,  der  französischen  Exegese ­
  wegen  ihrer  gelungenen  Bestrebungen  zur  Ermittelung
des  wahren  Schriftsinnes  seine  Anerkennung  zu  zollen,  dennoch
aber  gegen  ihre  kritiklose  Hochachtung  des  Derasch  die  Spitze
seines  Urtheiles  zu  richten.  Denn  trifft  diese  Spitze  die  Bibelcommentare
  eines  Raschbam,  eines  Joseph  Kärä  auch  nicht
unmittelbar,  so  trugen  sie  doch  durch  ihre  Haltung  gegenüber
dem  Midrasch  indirect  Schuld  daran,  dass  dieser  durch  ihre
lichtvollen  Arbeiten  an  Einfluss  bei  ihren  Landsleuten  nicht
einbüsste,  dass  diese  Arbeiten  nach  verhältnissmässig  kurzer
Zeit  aus  der  Oeffentlichkeit  verschwanden  und  aus  der  ganzen
Schule  nur  das  Werk  ihres  Gründers,  das  nach  seinem  eigenen
vielcitirten  Geständnisse  so  sehr  verbesserungsfähig  war,  sich
in  dauerndem  Ansehen  erhielt.  Die  ohne  Kampf  inaugurirte
Epoche  der  nordfranzösischen  Exegese  machte  ohne  Kampf
der  erneuten  und  durch  die  aufsteigende  Macht  der  kabbalistischen ­
  Mystik  noch  vermehrten  Herrschaft  des  Midrasch  wieder
Platz.
Sehen  wir  nun  näher  zu,  welchen  Standpunkt  Ibn  Esra
dem  agädischen  Midrasch  gegenüber  einnimmt.  Er  hat  denselben ­
  in  der  Einleitung  mit  einigen  Punkten  gekennzeichnet.
Zunächst  rügt  er  die  fortwährende  Wiederholung  der  alten
Midraschim  durch  die  Neueren,  nachdem  dieselben  ja  in  den
Schriften  der  Alten  zur  Genüge  zugänglich  sind. 2  Dann  wendet
die  traditionelle,  aber  bei  völlig 1  unmotivirt,  hat  sich  hier  an  die
Stelle  des  unbestimmten  .HÖ3  gesetzt,  und  aus  HÖ5  wurde
Ü’OÖ.  Parchon,  Schluss  der  grammatischen  Einleitung  zu  seinem  Wörterbuche,
  coordinirt  sogar  die  Dm  flBTi:  min.TW  D'DQ  D'^DÜ  den  tt’Sw
Dm  nttms  mimt»  nn»  m»J7.  —  Abajji’s  Deutung  eitirt  Raschi  am
Beginn  der  Einleitung  zum  Hohenliede.
1  Tn  bp  i„5m  vtbv  b,.i  nobv  ns  ttnwi  “ip'j?  «m  bp  iöw  d'n-h  nnnm
'ja  nnx  pn  totrs  meoa  pxi  dbb  p-n  bp  Bin  ’d  dbg  Nim  em
-  Auch  für  Raschi  war  dieser  Grund  maasgehend,  um  die  agadischen  Deutungen ­
  nicht  ohne  Noth  in  zu  grosser  Anzahl  seinem  Commcntar  einzuverleiben ­
  ,  was  er  freilich  nicht  immer  festhielt.  Genesis  3,  8  sagt  er:
Sitzungsber.  d.  pkil.-Mst.  CI.  LXXXI.  Bd.  IIL.  Hft.  28
            
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