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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Abraham  Ihn  Esra’s  Einleitung  zu  seinem  Pentateuch-Commentar.

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selben,  ebenso  wie  im  Kleinen  bei  Jecheskel  und  Hosea,  das
Verhältniss  zwischen  der  Gemeinde  Jakobs  und  Gott,  ihrem
Freunde,  in  einem  ausführlichen  Gleichnisse  dargestellt.  Ihn
Esra  schied  seinen  Commentar  auch  mit  Bewusstsein  von  den
mit  philosophischer  Tendenz  allegorisirenden  Werken  anderer
Erklärer.  Er  sagt  von  ihnen:  ,Männer  der  Forschung  haben
es  unternommen,  dieses  Buch  als  Allegorie  zu  erklären  auf  das
Geheimniss  der  Welt,  sowie  auf  die  Art  der  Verbindung  des
obersten  Intellects  mit  dem  auf  der  untersten  Wesensstufe
sich  befindenden  Körper;  Andere  haben  es  astronomisch  gedeutet. ­
  Aber  Alle  trägt  ein  Wind  davon,  denn  sie  sind  nichtig.
Vielmehr  ist  die  Wahrheit,  was  unsere  Alten  überliefert  haben,
dass  dieses  Buch  sich  auf  die  Gemeinde  Jakobs  beziehe,  und
hiernach  werde  auch  ich  es  erklärend
Wir  sehen  aus  diesen  in  der  Einleitung  zum  Hohenliede
stehenden  Worten,  dass  philosophisch  allegorisirende  Erklärer
damals  nicht  selten  waren.  Der  für  sie  angewendete  Ausdruck
,Männer  der  Forschung“  kommt  auch  sonst  bei  Ibn  Esra  vor,
und  zwar  sowohl  für  Philosophen,  Männer  der  Wissenschaft,
als  speciell  für  philosophische  Exegeten,  ganz  so  wie  der
synonyme  Ausdruck  ,Männer  der  Vernunfterwägung.“ 1  Solche

1  Es  ist  der  Mühe  nicht  imwerth,  dem  Gebrauche  beider  Bezeichnungen
bei  Ibn  Esra  nachzugehen.  Ipiltol  sind  Gen.  38,  1.  Astronomen,
welche  wissen,  dass  die  Bewegung  von  Norden  nacli  Süden  als  Hinabsteigen ­
  bezeichnet  werden  kann;  ebenso  heissen  Gen.  1,  2  die  Astronomen, ­
  welche  wissen,  dass  es  nur  eine  Erde  gibt:  blpttf  Den
Ipnfcl  '’tWK  entlehnt  Ibn  Esra  zu  Exodus  20,  1  die  aristotelische  Lehre
von  den  zehn  Kategorien,  deren  erste  das  Wesen  anzeigt,  es  sind  also
Philosophen.  Ebenso  meint  er  unter  n^“!H  blpttf  '’itfUK,  zu  Koheleth  4,  3,
die  Philosophen,  mit  deren  widerspruchsvollem  Satze:  Jedes  Ding  ist
entweder  oder  ist  nicht  —  pK  IN  W  im  b'D  —  er  den  Widerspruch
rechtfertigt,  dass  Koheleth  von  dem  gar  nicht  Geborenen  aussagt,  er  sei
besser  als  der  Geborene.  —  Rationalistische  Erklärer,  die  das  Wunder
des  in  eine  Schlange  verwandelten  Stabes  auf  natürliche  Weise  deuten
wollen,  nennt  er'  in  der  ersten  Recension,  zu  Exodus  4,  3,  Ipnm  ‘’fcDH,
dieselben  in  der  zweiten  Recension,  zu  7,  12,  F^JII  blpÜ  Mit
letzterem  Namen  bezeichnet  er,  zu  Num.  22,  28,  Saadja  und  Ibn  Gebirol,
welche  das  Wunder  der  redenden  Eselin  wegdeuteten.  Was  er  in  der
zweiten  Recension,  zu  Exodus  7,  3,  von  den  riJTin  blpttf  ItfDK  bringt,
,Gott  verhärtete  das  Herz*  PliaraoV  bedeute,  Gott  habe  es  stark  zum
Ertragen  von  Drangsalen  gemacht,  vindicirt  er  in  der  ersten  Recension
            
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