Abraham Ihn Esra’s Einleitung zu seinem Pentateuch-Commentar.
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selben, ebenso wie im Kleinen bei Jecheskel und Hosea, das
Verhältniss zwischen der Gemeinde Jakobs und Gott, ihrem
Freunde, in einem ausführlichen Gleichnisse dargestellt. Ihn
Esra schied seinen Commentar auch mit Bewusstsein von den
mit philosophischer Tendenz allegorisirenden Werken anderer
Erklärer. Er sagt von ihnen: ,Männer der Forschung haben
es unternommen, dieses Buch als Allegorie zu erklären auf das
Geheimniss der Welt, sowie auf die Art der Verbindung des
obersten Intellects mit dem auf der untersten Wesensstufe
sich befindenden Körper; Andere haben es astronomisch gedeutet.
Aber Alle trägt ein Wind davon, denn sie sind nichtig.
Vielmehr ist die Wahrheit, was unsere Alten überliefert haben,
dass dieses Buch sich auf die Gemeinde Jakobs beziehe, und
hiernach werde auch ich es erklärend
Wir sehen aus diesen in der Einleitung zum Hohenliede
stehenden Worten, dass philosophisch allegorisirende Erklärer
damals nicht selten waren. Der für sie angewendete Ausdruck
,Männer der Forschung“ kommt auch sonst bei Ibn Esra vor,
und zwar sowohl für Philosophen, Männer der Wissenschaft,
als speciell für philosophische Exegeten, ganz so wie der
synonyme Ausdruck ,Männer der Vernunfterwägung.“ 1 Solche
1 Es ist der Mühe nicht imwerth, dem Gebrauche beider Bezeichnungen
bei Ibn Esra nachzugehen. Ipiltol sind Gen. 38, 1. Astronomen,
welche wissen, dass die Bewegung von Norden nacli Süden als Hinabsteigen
bezeichnet werden kann; ebenso heissen Gen. 1, 2 die Astronomen,
welche wissen, dass es nur eine Erde gibt: blpttf Den
Ipnfcl '’tWK entlehnt Ibn Esra zu Exodus 20, 1 die aristotelische Lehre
von den zehn Kategorien, deren erste das Wesen anzeigt, es sind also
Philosophen. Ebenso meint er unter n^“!H blpttf '’itfUK, zu Koheleth 4, 3,
die Philosophen, mit deren widerspruchsvollem Satze: Jedes Ding ist
entweder oder ist nicht — pK IN W im b'D — er den Widerspruch
rechtfertigt, dass Koheleth von dem gar nicht Geborenen aussagt, er sei
besser als der Geborene. — Rationalistische Erklärer, die das Wunder
des in eine Schlange verwandelten Stabes auf natürliche Weise deuten
wollen, nennt er' in der ersten Recension, zu Exodus 4, 3, Ipnm ‘’fcDH,
dieselben in der zweiten Recension, zu 7, 12, F^JII blpÜ Mit
letzterem Namen bezeichnet er, zu Num. 22, 28, Saadja und Ibn Gebirol,
welche das Wunder der redenden Eselin wegdeuteten. Was er in der
zweiten Recension, zu Exodus 7, 3, von den riJTin blpttf ItfDK bringt,
,Gott verhärtete das Herz* PliaraoV bedeute, Gott habe es stark zum
Ertragen von Drangsalen gemacht, vindicirt er in der ersten Recension