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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Abraham  Ihn  Eßra’s  Einleitung  zu  seinem  Pentateuch-Commentar.

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und  dem  des  Lebens,  Bedeutung  der  Cherubim  und  dergleichen/ ­
  1
Ibn  Esra  liat  auch  nicht  verabsäumt,  in  seinem  Commentar
  den  durch  die  Erzählung  vom  Paradiese  allegorisch
dargestcllten  innern  Sinn  zu  enthüllen.  Es  soll  in  ihr  von  den
Seelenkrliften  und  dem  durch  den  menschlichen  Intellect  anzustrebenden ­
  Zusammenhang  mit  Gott  symbolisch  die  Bede
sein.  Um  jedem  Missverständnisse  vorzubeugen,  bemerkt  er
dazu:  ,Wisse,  dass  Alles,  was  wir  geschrieben  linden,  Wahrheit ­
  ist  und  dass  es  ohne  Zweifel  sich  thatsächlich  so  zutrug,
aber  auch  ein  Geheimniss  ist  darin  verborgen/  Uebrigens  hatte
Ibn  Esra  in  seiner  allegorischen  Auffassung  des  Paradieses
einen  Vorgänger  und  zwar  Ibn  Gebirol.  Er  leitet  nämlich  den
in  Rede  stehenden,  in  der  ersten  Recension  des  Genesis-Commentars
  viel  vollständiger  erhaltenen  Passus  2  so  ein  :  ,Hier
will  ich  dir  andeutungsweise  —  lö“0  —  das  Geheimniss  des
Gartens,  der  Ströme  und  der  Röcke  (aus  Fellen)  enthüllen;
dasselbe  habe  ich  bei  keinem  der  Grossen  gefunden,  nur  bei
R.  Salomo  Ibn  Gebirol,  gesegneten  Andenkens,  welcher  in  den
Geheimnissen  der  Seele 3  sehr  kundig  war/ 4  Auch  die  allegorische ­
  Deutung  des  Stiftszeltes,  in  welchem  er  symbolisch
Makrokosmos  und  Mikrokosmos  dargestellt  findet,  gibt  er  unter

1  Nach  Philo  kann  die  Erzählung  von  den  beiden  Bäumen  und  von  der
redenden  Schlange  nur  allegorisch  genommen  werden.  S.  Siegfried,
Philo  von  Alexandria  als  Ausleger  des  alten  Testaments,  S.  168.
2  Abgedruckt  in  Ozar  Nechmad  Bd.  II,  S.  218.  Daselbst  müssen  die  Zeilen
15—19,  der  Commentar  zu  v.  22-2-1,  vor  Zeile  3  gesetzt  werden.  In  der
zweiten,  der  gewöhnlichen  ltecension  stehen  blos  die  Schlusszeilen  20
bis  24.
3  10B1H  TlD  bedeutet  einfach  Seelenlehre,  ebenso  Koheleth  7,  3.  Auch  sonst
wird  “HD  als  Bezeichnung  der  nur  dem  engen  Kreise  von  Fachgelehrten
zukommenden  Kenntnisse  gebraucht,  z.  B.  nniDn  nbx  1PZ'  fvnün  ’iWS,
zu  Gen.  1,  1,  wo  astronomische  Erkenntnisse  gemeint  sind,  ebenso  zu
Gen.  1,16;  7,4.  Exodus  30,  2  heissen  die  Arithmetiker  j"-'l'n.n  “HD
Daher  auch  der  gewöhnliche  Ausdruck  “VOyn  “HD  für  Kalenderkunde.
4  Von  ,I{.  Salomo,  dem  Spanier 1  bringt  Ibn  Esra  zu  Gen.  28,  12  auch  die
Deutung,  dass  die  Leiter  in  Jakobs  Traum  auf  den  obersten  Intellect,
nivblin  nDBD,“l,  die  Engel  auf  die  Gedanken  hinweisen.  Ibn  Gebirol  war
es  auch,  welcher  die  Ansicht  Saadja’s,  weder  die  Schlange,  noch  die
Eselin  Bileam’s  hätten  wirklich  gesprochen,  gegen  die  Einwendungen
E.  Samuel  ben  Chophni’s  in  Schutz  nahm,  wie  Ihn  Esra  zu  Gen.  3,  1
            
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