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Bacher.
sind und beide als zuverlässig 1 und deutlich gelten müssen,
indem der Ausdruck zugleich etwas Körperliches und etwas
Begriffliches besagt, wie z. B. der Ausdruck ,beschneiden' im
wirklichen und auch im figürlichen (vom Herzen) Sinne vorkommt.
Ebenso ist in der Erzählung vom Baume der Erkenntnis
ein innerer Sinn — tid — anzunehmen, während die Erzählung
auch dem Wortsinne nach wahr ist. Wenn Jemandem
dies unbegreiflich Vorkommen sollte, möge er sich umsehen
und er wird auch unter den Naturdingen viele zu zweifachem
Zwecke bestimmte Gebilde antreffen, wie die Nase, die Zunge,
die Füsse.' 1
Was nun zunächst den letztem Punkt betrifft, die zuweilen
nothwendige Annahme eines vom biblischen Autor selbst
beabsichtigten doppelten Schriftsinnes, so drückt sich Ibn Esra
im Jesod Mora, Schluss des siebenten Abschnittes, ebenso
darüber aus: ,Wisse, dass die Lehre nur für Leute von Verstand
gegeben ist; darum muss man die Schrift mit vernunftgemässer
Erwägung erklären, z. B. ,ich trug euch mit Adlerflügeln',
,beschneidet die Vorhaut eueres Herzens', 2 ,öffnen
sollst du deine Hand', nach unseren Alten 3 auch die Stelle
Deut. 22, 17, ,sie sollen ausbreiten das Tuch'. Einige Stellen
aber gibt es, welche sowohl im Wortsinn als wahr zu betrachten,
wie auch allegorisch zu erklären sind, z. B. die
Erzählung vom Garten Eden, vom Baume der Erkenntniss
1 Wie Schickard diesen Passus missdeutet hat, ist oben, S. 399, Anm. 1,'
gezeigt worden. Die Nase dient zur Absonderung (zur Reinigung fies
Gehirns, wie die Alten sich ausdrückten) und zum Athemholen; die
Zunge ist Organ des Geschmacksinnes und der Sprache. Welches der
zweifache Zweck der Fiisse sei, darüber sind die Erklärer uneinig. Gehen
und Stehen sind doch gleichartige Verrichtungen, auch die eine — worauf
es besonders ankömmt — nicht edler als die andere. Es ist daher nicht
zu gewagt, anzunehmen, dass ein Euphemismus ist, wie Jesaia
7, 20; 36, 20.
2 Hier nimmt Ibn Esra den Ausdruck als einfache Metapher; in unserer
Einleitung fasst er ihn doppelsinnig, wobei er aber das Wort ,beschneidet
an sich im Auge hat.
3 Ibn Esra wählt gerade diejenige unter den von Rabbi Jismael auf dem
Wege der Allegorie gedeuteten Stellen, bei welcher derselbe nicht die Zustimmung
der anderen Tannaiten erhielt. S. Sifre, Deuter. §. 237, Mechilta
zu 22, 1, jer. Kethüböt, TV, 4 und beb. Kethüb. 46 a.