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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Abraham  Ihn  Esra’s  Einleitung  zu  seinem  Pentatencli-Comraontar.

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Abschnitte  —  sind  Grundgebote,  welche  an  keinen  Ort,  an  keine
Zeit,  noch  an  sonst  etwas  gebunden  sind  und  im  Herzen  wurzeln, ­
  Gebote,  welche  auch  vor  der  mosaischen  Gesetzgebung
durch  Vernunfterwägung  bekannt  waren.  Andere  Gebote  sind
dazu  gegeben,  um  an  die  erstgenannten  zu  erinnern,  wie
Pessach,  Laubhütte,  Sabbath  u.  s.  w.'  —  Es  ist  im  Grunde
die  Eintheilung  Saadja’s  in  Vernunftlehren  und  offenbarte  Gesetze ­
  ;  aber  die  Bedeutung  der  letzteren  als  Erinnerungsmittel
—  “ist  —  für  die  Wahrheiten  der  Vernunft  ist  bei  Ibn  Esra
allein  scharf  und  consequent  durchgeführt.  Auf  diesen  hühern
Zweck  der  Ritualgesetze  spielt  er  auch  im  Commentar  zu
Leviticus  18,  4  an,  wo  er  meint,  deshalb  werde  ihre  Einschärfung ­
  mit  den  Worten:  ,Ich  bin  der  Ewige,  euer  Gott*
verstärkt,  weil,  ,wer  ihr  Geheimniss  versteht,  dem  verleihe  der
Ewiglebende  das  ewige  Leben';  1  das  soll  gewiss  nichts  anderes
sagen,  als  dass,  wer  die  höheren  Wahrheiten  erkannt  hat,  zu
welchen  die  Hebung  der  Gebote  hinlenken  soll,  der  Unsterblichkeif ­
  theilhaftig  wird. 2  Noch  klarer  spricht  er  von  dem  Vorzüge, ­
  welcher  der  geistigen  Auffassung  der  Gebote  gebührt,
im  siebenten  Abschnitte  des  Jesöd  Mora.  ,Alle  Gebote  werden
entweder  mit  dem  Glauben  des  Herzens,  dem  Geiste,  geübt,
oder  mit  dem  Munde  oder  durch  Handlungen.  Wie  aber  die
Eins  in  jeder  Zahl  gefunden  wird,  so  bedarf  jedes  von  der
Sprache  oder  der  That  abhängige  Gebot  der  im  Geiste  ruhenden ­
  Wurzel;  ohne  diese  ist  Alles  nichtig  und  leer.'  ,Auch
könne  —  heisst  es  dann  im  achten  Abschnitte  —  der  Einsichtige ­
  viele  Gründe  erkennen,  die  in  der  heiligen  Schrift
selbst  klar  angedeutet  sind;  andere  dieser  Gründe  sind  nur
für  Einen  aus  Tausenden  ersichtlich.  —  Einige  dieser  nur
Wenigen  erkennbaren  Gründe  der  Gebote  bilden  auch  einen
Theil  der  in  seinem  Commentar  niedergelegten  ,Geheimnisse'.
So  deutet  er  das  Geheimniss  der  Opfer  an,  zu  Levit.  1,  1;
1  aanp  m  mro  ja  Sy  aSiyS  msr  *61  iw  abiyn  ti  ama  pan.  Aehnlicli
  ist  auch  die  Aeussernug-  zu  Levit.  10,  10  zu  verstehen  “|b  JiaiK  flBl
“nsa  abiy  aSiyn  '3  yp  HB,  wo  Ihn  Esra  auch  denselben  Vers,  Genesis
26,  5,  als  Beleg  für  die  vorsinaitischen  Vernunftgebote  anführt,  wie  im
Jesöd  Mora.  Das  bemerkt  auch  der  Supercommentar  Ohel  Joseph.
2  S.  zu  Deuter.  11,  22:  blU  HB  Kim  e]lB3  :13  fipan^l.
            
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