Abraham Ihn Esra’s Einleitung zu seinem Pentatencli-Comraontar.
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Abschnitte — sind Grundgebote, welche an keinen Ort, an keine
Zeit, noch an sonst etwas gebunden sind und im Herzen wurzeln,
Gebote, welche auch vor der mosaischen Gesetzgebung
durch Vernunfterwägung bekannt waren. Andere Gebote sind
dazu gegeben, um an die erstgenannten zu erinnern, wie
Pessach, Laubhütte, Sabbath u. s. w.' — Es ist im Grunde
die Eintheilung Saadja’s in Vernunftlehren und offenbarte Gesetze
; aber die Bedeutung der letzteren als Erinnerungsmittel
— “ist — für die Wahrheiten der Vernunft ist bei Ibn Esra
allein scharf und consequent durchgeführt. Auf diesen hühern
Zweck der Ritualgesetze spielt er auch im Commentar zu
Leviticus 18, 4 an, wo er meint, deshalb werde ihre Einschärfung
mit den Worten: ,Ich bin der Ewige, euer Gott*
verstärkt, weil, ,wer ihr Geheimniss versteht, dem verleihe der
Ewiglebende das ewige Leben'; 1 das soll gewiss nichts anderes
sagen, als dass, wer die höheren Wahrheiten erkannt hat, zu
welchen die Hebung der Gebote hinlenken soll, der Unsterblichkeif
theilhaftig wird. 2 Noch klarer spricht er von dem Vorzüge,
welcher der geistigen Auffassung der Gebote gebührt,
im siebenten Abschnitte des Jesöd Mora. ,Alle Gebote werden
entweder mit dem Glauben des Herzens, dem Geiste, geübt,
oder mit dem Munde oder durch Handlungen. Wie aber die
Eins in jeder Zahl gefunden wird, so bedarf jedes von der
Sprache oder der That abhängige Gebot der im Geiste ruhenden
Wurzel; ohne diese ist Alles nichtig und leer.' ,Auch
könne — heisst es dann im achten Abschnitte — der Einsichtige
viele Gründe erkennen, die in der heiligen Schrift
selbst klar angedeutet sind; andere dieser Gründe sind nur
für Einen aus Tausenden ersichtlich. — Einige dieser nur
Wenigen erkennbaren Gründe der Gebote bilden auch einen
Theil der in seinem Commentar niedergelegten ,Geheimnisse'.
So deutet er das Geheimniss der Opfer an, zu Levit. 1, 1;
1 aanp m mro ja Sy aSiyS msr *61 iw abiyn ti ama pan. Aehnlicli
ist auch die Aeussernug- zu Levit. 10, 10 zu verstehen “|b JiaiK flBl
“nsa abiy aSiyn '3 yp HB, wo Ihn Esra auch denselben Vers, Genesis
26, 5, als Beleg für die vorsinaitischen Vernunftgebote anführt, wie im
Jesöd Mora. Das bemerkt auch der Supercommentar Ohel Joseph.
2 S. zu Deuter. 11, 22: blU HB Kim e]lB3 :13 fipan^l.