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Bücher.
ilmon nie gehegte Ansichten fälschlich zugeschrieben, um dieselben
zu widerlegen und ihre Urheber herabzusetzen, ganz so
wie es Abu Hamd ■— d. i. Alghazäli .— in Bezug auf die
Philosophen gethan habe. Diese auch auf Unrichtigkeiten 1
sich stützende Anklage des karäisclien Gelehrten gegen den
heftigen Bekämpfer seiner Ahnen ist, was nicht besonders bewiesen
werden muss, eine tendentiöse. Ihn Esra hat in seinen
Commentaren mit so Manchem, zuweilen ganz unnöthiger
Weise, heimlich gethan; aber seine Ansichten über Tradition
und über das Verhältniss derselben zur Exegese hat er oft
und deutlich genug ohne Hehl zum Ausdrucke gebracht.
V.
Allegorisireiule Exegese.
Während in den übrigen von Ibn Esra erwähnten ,Wegen'
fest umgrenzte Gebiete aus der Geschichte der Bibelexegese
uns vorgeführt werden, die gaonäische Zeit, die karäische
Schule, die deraschistische Exegese der christlich-europäischen
Länder, ist der dritte Weg ohne irgend einen Hinweis auf
bestimmte Vertreter desselben gelassen. Was wir unter ihm
zu verstehen haben, ist klar; man kann nicht im Ungewissen
darüber sein, welche Art der Auslegung Ibn Esra mit folgenden
Worten schildert: ,Der dritte Weg ist Finsterniss und
Dunkel, er befindet sich ausserhalb der Kreislinie. Ihn beschreiten
Jene, die aus eigener Einsicht für alle Dinge Geheimnisse
erdichten, in dem Wahne, dass alle Lehren und
Vorschriften Räthsel seien. Ich will mich nicht dabei aulhalten,
sie zu widerlegen, da sie in vollständigem Irrtlmm
befangen sind und die Dinge nicht richtig abgetheilt haben.' 1
1 So behauptet er, was übrigens alter kariiischer Irrthum, Jepheth ben Ali
sei der Lehrer des iOO Jahre spätem Ibn Esra gewesen, ferner dieser
habe in den meisten Fällen den Erklärungen Jephctli’s beigepflichtet,
was aber nur selten der Fall ist.
2 Das heisst, wie aus dom Folgenden hervorgeht, ihre Ausleguugsart nicht
am richtigen Orte angewondet haben.