Abraham Ihn Esra’s Einleitung zu seinem Pentateuch-Commentar.
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gegenüberstehen, wie z. B. ob man das Gebot von den Zeichen
an Hand und Stirne, sowie das von den Schaufäden in einer
sinnlichen oder in figürlicher Bedeutung zu nehmen habe, da
fällt das Ansehen der Tradition schwer genug in’s Gewicht,
um der einen von beiden den Vorzug zu verschaffen; in solchem
Falle ist also die Tradition für die Exegese selbst massgebend.
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Aus diesen Ansichten, 2 welche hier nur referirt, nicht
beurtheilt werden sollten, geht zweierlei hervor. Die Exegese
Ibn Esra wurde durch sie nur gefördert; denn mit der Unabhängigkeit
der Tradition von der Exegese hatte er auch die
möglichst volle Selbständigkeit der Exegese ausgesprochen
und sie von jenen Fesseln befreit, welche die Rücksicht auf
religiöse Praxis ihr auferlegen muss, und von denen, wie wir
sahen, die Karäer sich nicht freimachen konnten, trotz oder
vielmehr wegen ihres Schriftprincips. — Ferner ist klar, dass
der Traditionsglaube Ibn Esra’s gegen alle Verdächtigung geschützt
ist. Diese Verdächtigung, dass nämlich Ibn Esra mit
seinen fortwährenden Versicherungen, in der Tradition sei
Wahrheit, nicht seine wahre Meinung aussprach, sondern dass
er vielmehr mit seiner eigentlichen esoterischen Ansicht zurückhalte,
finden wir besonders scharf beim Karäer Elija Baschjazi.
3 Er sagt unter Anderem, Ibn Esra habe auf die öffentliche
Meinung seiner Bekenntnissgenossen Rücksicht genommen,
wie das auch Maimüni, nach dem Geständnisse seines Commentators
Narboni, gethan habe; Ibn Esra habe damit einen
,sechsten Weg' eingeschlagen. 4 Er habe auch den Karäern von
1 Schluss der Einleitung; Commentar zu Exodus 14, 9, besonders in der
zweiten Reconsion.
2 Etwas zurückhaltender, aber im Grunde ganz so, äussert sich auch
Jehüda Halewi im Kusari; s. besonders III, 73 Anfang. Vgl. auch
R. Samuel Hannägid im Mebo s. v. 1131.
3 Addereth Elija ed. Goslow 6bc.
4 (sic) riaxn ’3iö"tti Q2nn iiwr na 'B2 Dioisb 1122 pbn djön
...:. 112311 W “|11 nil 2'2D 1)2111 |’32= xbx m J’Kl '21213n Die ziemlich
malitiöse Bemerkung, das sei der ,sechste Weg 1 , will gewiss sagen,
Ibn Esra hätte in seiner Einleitung noch einen sechsten ebenfalls von
ihm selbst, gleich dein fünften, beschrittenen Weg anführen können, den
der Verheimlichung.